BGF-Portal, Kostenlose

BGF-Portal startet: Kostenlose Gesundheitsberatung für KMU

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Krankenkassen investierten 2024 Rekordsumme in Prävention. Psychische Erkrankungen bleiben Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit.

Neues BGF-Portal: Kostenlose Gesundheitsberatung für KMU und Kliniken
Modernes, helles Büro mit ergonomischen Arbeitsplätzen und Pflanzen als Symbol für betriebliches Gesundheitsmanagement. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 28. Juli 2026 ging ein neues Onlineportal der Koordinierungsstelle für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) an den Start. Das Angebot richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Es bietet kostenlose Erstberatungen – vor Ort, telefonisch oder digital.

Ergänzend zur öffentlichen Seite gibt es die passwortgeschützte Plattform „BGF.intern“. Sie soll Akteuren eine datenschutzkonforme Umgebung für die Koordination von Gesundheitsprojekten bieten. Ziel: die Effizienz der Maßnahmen steigern.

Rekordinvestitionen in die Prävention

Die gesetzlichen Krankenkassen investierten 2024 rund 686 Millionen Euro in Gesundheitsförderung. Das zeigt ein Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes vom November 2025. Rund 8,9 Millionen Menschen wurden erreicht – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders Gesundheitskurse legten zu: 1,9 Millionen Versicherte nahmen teil.

Am 30. Juli 2026 trat zudem das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in Kraft. Es sieht Sparmaßnahmen vor, hält aber an der Prävention fest. Der BKK Dachverband warnt dennoch vor Engpässen: Für die soziale Pflegeversicherung wird bis Ende 2026 ein Defizit von bis zu 5,2 Milliarden Euro erwartet.

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

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Das neue BGF-Portal bietet KMU kostenlose Erstberatung vor Ort, telefonisch oder digital. Gerade bei steigenden psychischen Erkrankungen – die in NRW um 9 Prozent zunahmen – ist das ein wichtiger Hebel. Jetzt kostenlosen Leitfaden zum BGF-Portal anfordern

Der Krankenstand in Nordrhein-Westfalen sank im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 5,6 Prozent. Atemwegserkrankungen gingen um 20 Prozent zurück. Doch die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Diagnosen stieg um 9 Prozent. Psychische Leiden sind damit der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit in der Region.

Ähnlich sieht es im Landkreis Zwickau aus. Laut einer Barmer-Untersuchung lagen Arbeitnehmer dort 2024 mit durchschnittlich 23,8 Fehltagen über dem Bundesdurchschnitt. Hauptursachen: psychische Erkrankungen und Rückenbeschwerden. Experten fordern flexiblere Arbeitsmodelle und mehr Resilienzförderung.

Betriebliche Vorsorge wird noch zu wenig genutzt

Eine Studie der Continentale Versicherung mit 1.387 Befragten zeigt: Nur knapp die Hälfte der Berufstätigen nutzt betriebliche Vorsorgelösungen. Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist mit 37 Prozent am verbreitetsten. Die betriebliche Krankenversicherung nutzen 11 Prozent, den betrieblichen Unfallschutz 13 Prozent.

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Dass konsequentes Gesundheitsmanagement wirkt, zeigt die Lohmann GmbH & Co. KG. Das Unternehmen wurde am 23. Juli 2026 als erster Betrieb des Jahres von der AOK mit dem Zertifikat „Gesundes Unternehmen“ in Gold ausgezeichnet. Gewürdigt wurden ergonomische Arbeitsplätze, Sportangebote und die Integration von Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge.

In der Pflegebranche läuft zudem ein Pilotprojekt zum „Gesunden Onboarding“. Es startete im Frühjahr 2025 und soll ab 2026 neue Pflegekräfte durch Schlafmanagement und Resilienztraining unterstützen. Ziel: die physische und psychische Belastbarkeit in diesem Sektor stärken.

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