Bilanzierung, Intel

Bilanzierung: Intel verbucht 11-Milliarden-Buchverlust trotz Rekordumsatz

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bafin prüft Jungheinrichs Abschreibungszeitpunkt, Intel meldet Milliarden-Buchverlust. Auch AT&S und SAP zeigen Bilanzierungseffekte.

Bilanzprüfungen und Buchverluste: Jungheinrich, Intel & Co. im Fokus
Finanzunterlagen, Stift und Tablet mit Börsengrafiken auf einem modernen Schreibtisch als Symbol für Bilanzierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die korrekte Bewertung von Vermögenswerten wird zum Prüfstein für Unternehmen. Immer häufiger führen bilanzielle Entscheidungen zu regulatorischen Eingriffen oder verzerren die Quartalszahlen.

Bafin prüft Jungheinrich: Wann musste abgeschrieben werden?

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat eine Anlassprüfung des Halbjahresabschlusses der Jungheinrich AG zum 30. Juni 2025 eingeleitet. Streitpunkt: der Zeitpunkt einer Wertminderung auf Mietgeräte und Vorräte im Zusammenhang mit dem Russland-Geschäft.

Jungheinrich nahm die Abschreibung erst im Juli 2025 vor – einen Monat nach dem Bilanzstichtag. Das Unternehmen betont, dass die zeitliche Einordnung keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2025/2026 habe. Der Fall zeigt jedoch, wie streng die Aufsicht auf eine periodengerechte Verbuchung achtet.

Intel verbucht Milliarden-Buchverlust

Mark-to-Market-Bewertungen sorgen für kräftige Schwankungen in den Bilanzen. Intel meldete für das zweite Quartal 2026 einen Buchverlust von 11 Milliarden US-Dollar. Grund war die Neubewertung treuhänderisch gebundener Aktien, deren Kurs deutlich anzog.

Dabei lief das operative Geschäft hervorragend: Der Rekordumsatz von 16,1 Milliarden US-Dollar wurde durch Zuwächse im Bereich Rechenzentrum und KI um 59 Prozent getragen. Der bilanztechnische Effekt belastete das Nettoergebnis dennoch massiv.

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AT&S schreibt trotz Umsatzplus rote Zahlen

Ähnliche Effekte zeigen sich bei AT&S. Der Leiterplattenhersteller schloss das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 21 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ab. Das Konzernergebnis fiel mit minus 26 Millionen Euro negativ aus – im Vorjahr stand noch ein Gewinn von knapp 90 Millionen Euro.

Für das kommende Geschäftsjahr 2026/27 rechnet das Management mit einer deutlichen Steigerung der EBITDA-Marge auf 25 bis 29 Prozent.

Investitionsflaute belastet die Industrie

Die strategische Bilanzierung findet vor dem Hintergrund einer schwachen Investitionstätigkeit statt. Laut ifo Institut planten Unternehmen bereits 2025 weniger Investitionen, ein Trend, der sich 2026 fortsetzt. Besonders die Automobilindustrie leidet: 74 Prozent der Unternehmen fühlen sich negativ von der US-Handelspolitik und Zöllen beeinflusst. 16 Prozent der Industriebetriebe haben Investitionsprojekte gestrichen.

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Die Folgen zeigen sich in den Gewinnzahlen. Volkswagen verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Einbruch des Nettogewinns um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Der Absatz sank im ersten Halbjahr um 8,4 Prozent, wobei das China-Geschäft mit einem Rückgang von über 31 Prozent besonders belastete. Der Konzern senkte daraufhin seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

SAP senkt Prognose nach Übernahmen

Auch strategische Zukäufe verwässern kurzfristig die Ergebnisse. SAP senkte die Prognose für das operative Ergebnis 2026 leicht auf 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Grund: Die Übernahmen von Dremio und Prior Labs belasten das Ergebnis mit mehr als 100 Millionen Euro.

Operativ zeigt sich der Softwarekonzern wachstumsstark. Der Cloud-Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro.

Standortkosten erreichen Rekordniveau

Zusätzliche Belastungen kommen von den steigenden Standortkosten. In Hessen erhöhten 156 von 421 Kommunen die Grundsteuer B, 98 Städte hoben die Gewerbesätze an. Experten des Steuerzahlerbundes weisen darauf hin, dass die durchschnittliche Belastung Rekordwerte erreicht – und damit den Spielraum für betriebliche Investitionen weiter einschränkt.

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