Binance, Phishing-Test-Fehler

Binance: Phishing-Test-Fehler führen zur Kündigung

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 11:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Binance integriert Phishing-Simulationen in die Leistungsbewertung. Wiederholtes Versagen kann zur Kündigung führen. Hintergrund sind steigende Social-Engineering-Risiken.

Binance verschärft Sicherheitsregeln: Kündigung bei Phishing-Test-Versagen
Nahaufnahme eines Laptops mit einer verdächtigen E-Mail, die eine Phishing-Simulation im Bürokontext darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Kryptobörse Binance verschärft die Sicherheitsregeln für ihre Belegschaft. Wer bei simulierten Phishing-Tests wiederholt versagt, riskiert den Job.

Das Unternehmen bestätigte, dass die internen Angriffssimulationen künftig Teil der Leistungsbewertung sind. Schon ein Fehler führt zu Pflichtschulungen. Bei wiederholten Verstößen kann die Kündigung folgen.

Monatliche Tests gegen Social Engineering

Binance führt bereits seit drei bis vier Jahren monatliche Phishing-Simulationen durch. Die sogenannten Red-Team-Tests schicken fingierte Betrugs-E-Mails an Mitarbeiter. Wer die schädlichen Inhalte nicht erkennt und meldet, bekommt Probleme.

CSO Jimmy Su betont die Notwendigkeit dieser Maßnahmen. Das Unternehmen verwaltet Vermögenswerte von 137,7 Milliarden US-Dollar für rund 323 Millionen Nutzer. Rund 1.500 Sicherheitsmitarbeiter sind im Einsatz, die Compliance-Kosten liegen bei 300 Millionen US-Dollar jährlich.

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Social Engineering als Milliardenrisiko

Der Schritt kommt nicht von ungefähr. Laut Analysen von AMLBot basierten 2025 rund 65 Prozent der etwa 2.500 untersuchten Krypto-Sicherheitsvorfälle auf Social Engineering. Angreifer täuschen Mitarbeiter gezielt, um an interne Systeme oder sensible Daten zu gelangen.

Die Schäden sind enorm. Im Februar 2025 verlor Bybit 1,5 Milliarden US-Dollar durch Social Engineering. Im April 2026 erbeuteten Angreifer bei Drift Protocol 285 Millionen US-Dollar mit ähnlichen Methoden. Binance selbst gab an, zwischen 2025 und dem ersten Quartal 2026 potenziellen Betrug in Höhe von 10,53 Milliarden US-Dollar abgefangen zu haben.

Auch großflächige Kampagnen nehmen zu. Seit Ende 2024 identifizierten Analysten eine Phishing-Welle gegen Facebook-Business-Nutzer mit über 12.000 Opfern. Die Angreifer nutzten gefälschte Logos und versendeten E-Mails über etablierte Versanddienstleister. Mehr als 45 Prozent der Betroffenen sitzen in der EU.

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Regulierung zwingt zu strengeren Checks

Der Trend zu systematischen Mitarbeiterüberprüfungen ist nicht nur freiwillig. Richtlinien wie NIS2 und DORA verpflichten Finanzinstitute und Betreiber kritischer Infrastrukturen zur kontinuierlichen Risikobewertung – inklusive Personal.

Die EU-CER-Richtlinie (2022/2557) verlangt seit Oktober 2024 Hintergrundüberprüfungen für sensible Positionen, auch bei externen Dienstleistern. Die Nachfrage nach automatisierten Screening-Lösungen steigt entsprechend. Branchenkenner betonen: Kontinuierliches Management menschlicher Risiken ist heute essenziell – auch wenn die arbeitsrechtliche Umsetzung von Sanktionen bei Test-Fehlern in verschiedenen Rechtsräumen noch diskutiert wird.

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