BioNTech-Marburg: IGBCE fordert Verkauf statt Schließung
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die IGBCE verlangt von BioNTech einen transparenten Verkaufsprozess für das Werk in Marburg. Interesse gibt es offenbar von Konkurrent Moderna.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat am 6. August eine Kursänderung der Unternehmensleitung gefordert. Statt den Standort zu schließen, solle BioNTech ihn vorrangig verkaufen. IGBCE-Landesbezirksleiterin Sabine Süpke warnte vor unumkehrbaren Entscheidungen, solange nicht alle Optionen geprüft seien.
Hintergrund ist ein bekannt gewordenes Interesse des Konkurrenten Moderna an deutschen Produktionskapazitäten. Die Gewerkschaft verlangt nun Klarheit über mögliche Übernahmeoptionen, um die Arbeitsplätze am hessischen Standort langfristig zu sichern.
Milliardenverluste zwingen zum Umbau
Die Schließungspläne sind Teil einer umfassenden Restrukturierung. Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte BioNTech einen Nettoverlust von 1,35 Milliarden Euro – nach einem Minus von 802,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich zeigen sich die Probleme im zweiten Quartal: Der Umsatz brach auf 105,6 Millionen Euro ein, verglichen mit 260,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Verlust belief sich auf 820,8 Millionen Euro.
Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die sinkende Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr senkte das Management auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro. Neben Marburg sollen bis Ende 2027 auch Idar-Oberstein und Tübingen geschlossen werden. In Singapur endet der Betrieb bereits im ersten Quartal 2027.
Onkologie als Hoffnungsträger
Die IGBCE fordert bei BioNTech Marburg einen Verkauf statt Schließung – und verweist auf Moderna-Interesse. Für Entscheider in der Industrie stellt sich die Frage: Wie lassen sich solche Standorte retten? Unser Leitfaden zeigt konkrete Optionen, von der Prüfung eines Verkaufsprozesses bis zur Kommunikation mit dem Betriebsrat. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Trotz der Verluste investiert BioNTech massiv in die Forschung. Die Ausgaben für F&E sollen 2026 zwischen 2 und 2,3 Milliarden Euro liegen. Der Fokus liegt auf Krebstherapien.
Analysten von Jefferies und Berenberg bewerten das langfristige Potenzial positiv und bestätigten Anfang August ihre Kaufempfehlungen. Jefferies verweist auf drei entscheidende Studiendaten in der zweiten Jahreshälfte.
An der Spitze steht zudem ein Wechsel bevor: Anfang Februar 2027 übernimmt Guido Oelkers den CEO-Posten von Ugur Sahin.
Unruhe in der deutschen Industrie
Die Lage bei BioNTech ist kein Einzelfall. Die IGBCE rief am 6. August zu einem 24-stündigen Warnstreik bei Budich P+C in Wittenberg auf – es geht um Entgeltgleichheit zwischen Standorten.
Wenn ein Standort zur Disposition steht, zählt jede Woche. Die IGBCE warnt vor unumkehrbaren Entscheidungen – doch ohne klaren Plan droht der Arbeitsplatzverlust. Dieser Report liefert Arbeitnehmervertretern eine Schritt-für-Schritt-Strategie: vom transparenten Verkaufsprozess bis zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Standort-Rettungsstrategie jetzt sichern
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