Deutschland, Europa

FlughÀfen beklagen lange Wartezeiten an der Grenzkontrolle

04.07.2026 - 05:00:06 | dpa.de

Bis zu zwei Stunden Schlange stehen: Warum das neue EU-Grenzkontrollsystem an deutschen FlughĂ€fen fĂŒr Frust sorgt und was die ADV-PrĂ€sidentin jetzt fordert.

Die ADV-PrÀsidentin Aletta von Massenbach fordert schnellere Grenzkontrollen. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa
Die ADV-PrÀsidentin Aletta von Massenbach fordert schnellere Grenzkontrollen. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa

Der deutsche Flughafenverband ADV hat ĂŒberlange Wartezeiten an den Grenzkontrollen beklagt. Die Abfertigungszeiten fĂŒr Reisende aus Drittstaaten seien mit EinfĂŒhrung des neuen europĂ€ischen Entry/Exit-System (EES) deutlich angestiegen, sagte die ADV-PrĂ€sidentin und Berliner Flughafenchefin Aletta von Massenbach der Deutschen Presse-Agentur. Es komme vielfach zu «unzumutbar langen Wartezeiten», die an einzelnen Standorten bereits bis zu zwei Stunden betragen hĂ€tten. 

Mit dem EES werden seit Oktober 2025 die Grenzkontrollen in Europa schrittweise modernisiert. BĂŒrger aus dem Nicht-Schengen-Raum mĂŒssen vor jedem GrenzĂŒbertritt biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Foto) und Passdaten abgeben, was im Vorlauf ĂŒber Selbstbedienungs-Kioske laufen soll und lĂ€nger dauert als das bisherige Verfahren. Das System soll der Terror- und KriminalitĂ€tsabwehr dienen. 

Schon in den ersten Monaten wurden laut EU-Kommission Tausende Einreisen verweigert und Hunderte VerdÀchtige identifiziert. Deutsche und weitere Reisende aus dem Schengenraum sind nicht betroffen. 

Bundespolizei soll flexibler handeln

«Die grĂ¶ĂŸten EngpĂ€sse entstehen durch die zeitaufwendige biometrische Erfassung beim erstmaligen GrenzĂŒbertritt sowie durch das Fehlen einer digitalen Voraberfassung der Passagierdaten», sagte die ADV-PrĂ€sidentin. Die FlughĂ€fen erwarteten von Bundesinnenministerium und der Bundespolizei, dass die bestehenden FlexibilitĂ€tsmöglichkeiten konsequent genutzt wĂŒrden. Nach EU-Vorgaben darf die biometrische Erfassung zeitweise ausgesetzt werden, wenn sich unzumutbar lange Warteschlangen bilden. 

Digitale Lösungen wie die Vorbereitungs-App mĂŒssten mit höchster PrioritĂ€t vorangetrieben werden. Laut EU steht die Smartphone-Anwendung, mit der sich Reisende auf die Kontrolle vorbereiten können, bereits zur VerfĂŒgung. Sie sei bislang aber nur von Schweden und Portugal ĂŒbernommen worden.

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