BMW-Absatz, China-Geschäft

BMW-Absatz fällt im dritten Quartal wegen China um 6,3 Prozent

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 11:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

BMW verkauft im dritten Quartal weltweit weniger Fahrzeuge, obwohl Europa und die USA zulegen. Der Einbruch in China belastet den Konzern deutlich, während Elektroautos in Europa stark gefragt sind.

In Europa und den USA hat sich BMW solide geschlagen - in China geht es dagegen drastisch nach unten. (Archivbild) - Bild: Tobias Hase/dpa
In Europa und den USA hat sich BMW solide geschlagen - in China geht es dagegen drastisch nach unten. (Archivbild) - Bild: Tobias Hase/dpa

BMWs Absatz nach Regionen

  • BMW verkaufte im dritten Quartal weltweit 551.072 Fahrzeuge und damit 6,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • In China sank der Absatz um 24,8 Prozent auf 114.355 Autos.
  • Europa legte um 2,7 Prozent auf 235.628 Fahrzeuge zu, bei reinen Elektroautos sogar um 37,5 Prozent auf 81.941.
  • In den USA stieg der Absatz um 2,5 Prozent auf 106.741 Fahrzeuge.

Der chinesische Markteinbruch drückt den BMW-Konzern im dritten Quartal ins Minus.

Europa und USA gleichen China nicht aus

Der Münchner Autobauer setzte von Juli bis September konzernweit 551.072 Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Rückgang von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

In China gingen die Auslieferungen um 24,8 Prozent auf 114.355 Fahrzeuge zurück. Dort treffen die deutschen Hersteller auf einen schrumpfenden Markt und einen ausgeprägten Preiskampf.

Neue Klasse stützt Elektrogeschäft

In Europa verkaufte BMW dagegen 235.628 Fahrzeuge und damit 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Absatz vollelektrischer Modelle stieg um 37,5 Prozent auf 81.941 Fahrzeuge.

Vertriebsvorstand Jochen Goller verwies auf starke Wachstumsimpulse durch den iX3, das erste Modell der Neuen Klasse. Weltweit setzte BMW im dritten Quartal 110.257 reine Elektroautos ab.

US-Werk schützt vor Zolleffekten

Auch in den USA legte BMW zu. Dort stieg der Absatz um 2,5 Prozent auf 106.741 Fahrzeuge.

Das Werk in Spartanburg sorgt dafür, dass etwa die Hälfte der in den USA verkauften BMW-Fahrzeuge nicht von den hohen Zöllen betroffen ist. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnten die USA China als zweitwichtigsten Markt hinter Europa ablösen.

Rückgang bei allen Konzernmarken

Die Kernmarke BMW schnitt mit einem Minus von 6,8 Prozent schwächer ab. Mini verlor 2,4 Prozent und setzte 70.712 Fahrzeuge ab; Rolls-Royce kam auf gut 1.069 Autos, 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

Nach neun Monaten summierten sich die Auslieferungen auf 1,7 Millionen Fahrzeuge. Das waren 4,9 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

China bleibt die zentrale Belastung

BMWs Quartalszahlen zeigen eine für deutsche Autobauer typische Zweiteilung: Während der Absatz in Europa und den USA wächst, sinkt das Geschäft in China deutlich. Der chinesische Markt ist für die Hersteller nicht nur groß, sondern auch strategisch entscheidend, weil dort lokale Anbieter mit preisgünstigen Elektroautos und hoher digitaler Ausstattung auf ausländische Marken treffen.

Der Rückgang um 24,8 Prozent fällt in eine Phase, in der die deutschen Hersteller zugleich mit einem schrumpfenden Markt und starkem Preisdruck umgehen müssen. Rabatte können kurzfristig den Absatz stützen, belasten aber die Profitabilität. Für BMW gewinnt deshalb die regionale Ausbalancierung an Bedeutung: Das US-Werk in Spartanburg reduziert die unmittelbare Wirkung von Zöllen, während Europa derzeit von der Nachfrage nach batterieelektrischen Modellen profitiert.

Elektroautos als Stütze in Europa

Besonders aussagekräftig ist die Differenz zwischen dem europäischen Gesamtabsatz und den reinen Elektroautos. Der starke Zuwachs bei den vollelektrischen Fahrzeugen deutet darauf hin, dass die Neue Klasse für BMW nicht nur ein neues Modellprogramm, sondern ein wichtiger Versuch ist, Marktanteile im elektrischen Segment zu sichern.

Für Kundinnen und Kunden bedeutet die Entwicklung eine größere Auswahl an Elektrofahrzeugen, zugleich aber einen verschärften Wettbewerb bei Preisen, Reichweiten und Software. Sollte China weiter nachgeben und Europa sowie die USA stabil bleiben, würde BMW seine Abhängigkeit vom chinesischen Absatz zwar verringern, den globalen Gegenwind jedoch nicht vollständig ausgleichen.

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