Bodensee, Niedrigwasser

Bodensee-Schiffsverkehr: BSB stellen Fahrten im Untersee wegen Niedrigwasser ein

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Wegen des niedrigen Wasserstands haben die Bodensee-Schiffsbetriebe den Verkehr im Untersee bis auf Weiteres eingestellt. Eine Schweizer Reederei fÀhrt weiter, lÀsst aber zwei HÀfen aus.

Stadtwerke Konstanz: Schifffahrt im Untersee eingestellt. (Symbolbild) - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
Stadtwerke Konstanz: Schifffahrt im Untersee eingestellt. (Symbolbild) - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa

Wegen des niedrigen Wasserstands ist der Schiffsverkehr der Bodensee-Schiffsbetriebe im Untersee bis auf Weiteres eingestellt worden.

BSB stellen Fahrten im Untersee ein

Betroffen sind die Verbindungen zwischen Radolfzell, Iznang, Mannenbach und der Reichenau, wie die Stadtwerke Konstanz mitteilten. Die Reederei begrĂŒndete den Schritt mit der Gefahr, in einer Hafeneinfahrt stecken zu bleiben.

„Wir haben die Schifffahrt buchstĂ€blich bis zum letzten Zentimeter aufrechterhalten. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die Gefahr, in der Hafeneinfahrt steckenzubleiben, zu groß geworden ist“, sagte BSB-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Frank Weber laut Mitteilung. Zum Schutz der FahrgĂ€ste und der Schiffe mĂŒsse der Verkehr eingestellt werden.

Pegel bei Radolfzell besonders niedrig

Der Wasserstand des Bodensees in Radolfzell betrug nach Angaben einer BSB-Sprecherin zuletzt 203 Zentimeter. FĂŒr die Jahreszeit sei das ein sehr niedriges Niveau. Neben dem Pegel seien auch die Beschaffenheit des Seegrunds und die Zufahrt zum jeweiligen Hafen maßgeblich.

Der Pegelstand am Bodensee könnte bald unter die Marke von 2,50 Metern fallen. Am Pegel Konstanz wurden zuletzt 2,51 Meter gemessen. Wegen der anhaltenden Trockenheit und des natĂŒrlichen Jahresverlaufs rechnet die Landesanstalt fĂŒr Umwelt Baden-WĂŒrttemberg in den kommenden Wochen tendenziell mit einem weiteren Absinken.

Schweizer Reederei fÀhrt weiter

Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein bedient den Untersee weiterhin, fÀhrt jedoch die HÀfen Wangen auf der Höri und Mammern nicht an. Nach Angaben der Gesellschaft ermöglichen der geringe Tiefgang ihrer Schiffe, bis an die Seekante reichende Landestellen und bauliche Anpassungen weiterhin den Ein- und Ausstieg.

Nach dem Saisonende der BSB am 18. Oktober sind im Untersee keine Fahrten mehr vorgesehen. Auch auf anderen GewĂ€ssern in Deutschland haben niedrige WasserstĂ€nde zuletzt EinschrĂ€nkungen fĂŒr Touristen- und Frachtschiffe verursacht.

Niedrigwasser trifft Verkehr und Tourismus

Die Einstellung der BSB-Fahrten im Untersee ist eine unmittelbare Sicherheitsmaßnahme. Entscheidend ist nicht allein der gemessene Pegel, sondern auch, wie tief die Schiffe liegen, wie die Hafenzufahrten beschaffen sind und wie viel Wasser unter dem Kiel bleibt. Deshalb können verschiedene Reedereien bei Ă€hnlichen Bedingungen zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen.

FĂŒr den Tourismus bedeutet der Ausfall vor allem EinschrĂ€nkungen bei AusflĂŒgen zwischen Radolfzell, der Höri, der Reichenau und dem Schweizer Ufer. Die Saison lĂ€uft bei den BSB ohnehin nur noch bis zum 18. Oktober; bis dahin bleibt offen, ob Regen den Wasserstand ausreichend stabilisieren kann. Die Schweizer URh kann einzelne Verbindungen dank geringeren Tiefgangs und angepasster Landestellen vorerst weiter bedienen.

Trockene Monate verschÀrfen die Lage

Der Bodensee reagiert zeitverzögert auf Niederschlag und ZuflĂŒsse aus seinem Einzugsgebiet. Bleiben Regen und Schmelzwasser aus, sinkt der See weiter, wĂ€hrend hohe Temperaturen die Verdunstung verstĂ€rken. Ähnliche Effekte zeigen sich derzeit auch auf anderen Wasserstraßen: Niedrige Pegel schrĂ€nken dort die Ladung von Frachtschiffen ein und können Lieferketten belasten.

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