Bosch-Betriebsrat warnt: 40.000 Jobs hÀngen am Verbrennungsmotor
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Gesamtbetriebsrat des Technologie- und Zulieferunternehmens Bosch hat in einem aktuellen Positionspapier vor drastischen Arbeitsplatzverlusten in der Automobilbranche gewarnt. Angesichts der laufenden Transformation fordert die Arbeitnehmervertretung entschlossene MaĂnahmen von der Politik und der EuropĂ€ischen Union, um die Zukunft des Standorts Deutschland und der europĂ€ischen Autoindustrie zu sichern.
Forderungen nach Protektionismus und Ende des Verbrenner-Aus
In dem am 16. September 2026 bekannt gewordenen Papier spricht sich der Gesamtbetriebsrat fĂŒr eine Neuausrichtung der Förderpolitik aus. Demnach sollten staatliche Mittel fĂŒr ElektromobilitĂ€t kĂŒnftig ausschlieĂlich an Produzenten innerhalb der EuropĂ€ischen Union flieĂen.
Die Arbeitnehmervertreter fordern zudem verschĂ€rfte Herkunftsregeln: Förderungen fĂŒr Elektroautos sollten nur dann gewĂ€hrt werden, wenn sĂ€mtliche Komponenten aus europĂ€ischer Fertigung stammen.
Ein zentraler Punkt des Positionspapiers ist die Forderung nach einer RĂŒcknahme des fĂŒr das Jahr 2035 geplanten EU-Verbots fĂŒr Neuwagen mit Verbrennungsmotor. Nach EinschĂ€tzung der Arbeitnehmervertreter benötige die Branche mehr Zeit fĂŒr die industrielle Transformation.
Aktuell hingen allein bei Bosch in Europa noch rund 40.000 ArbeitsplÀtze direkt vom Verbrennungsmotor ab. Insgesamt umfasst die Automobilindustrie in der EU etwa 13 Millionen BeschÀftigte.
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ZusĂ€tzlich mahnt die Arbeitnehmervertretung wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise an, um die Produktion in Europa rentabel zu halten. Zur Koordination der MaĂnahmen schlĂ€gt das Gremium die Einsetzung einer nationalen Task Force vor.
Kritik an schleppender Gesetzgebung und dĂŒstere Prognose
Der Gesamtbetriebsrat drĂ€ngt auf eine beschleunigte Verabschiedung des sogenannten Industriebeschleunigungsgesetzes (Industrial Accelerator Act). Ein bereits im MĂ€rz vorliegender Entwurf sah vor, dass 70 Prozent der Fahrzeugwertschöpfung â exklusive der Batterie â aus lokaler Produktion stammen mĂŒssen. Die Arbeitnehmervertreter betonen, dass eine schnelle rechtliche Sicherheit notwendig sei, um Investitionen zu sichern.
Die Warnungen des Gremiums stĂŒtzen sich auf eine kritische Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Branche. Den Angaben zufolge fielen im Jahr 2025 bereits 50.000 Stellen weg, wĂ€hrend fĂŒr das laufende Jahr 2026 ein Abbau in fast gleicher Höhe erwartet wird. Ohne politische GegenmaĂnahmen drohe in den 2030er Jahren ein massiver Kahlschlag bei den BeschĂ€ftigtenzahlen.
StellenabbauplÀne bei Bosch im Fokus
Der Gesamtbetriebsrat vertritt rund 74.000 BeschÀftigte an etwa 40 Standorten in Deutschland. Die Forderungen an die Politik erfolgen vor dem Hintergrund weitreichender SparplÀne des Unternehmens selbst. Bosch plant, bis zum Jahr 2030 weltweit rund 22.000 Stellen zu streichen, wobei der Schwerpunkt des Abbaus im Automobilbereich liegen soll.
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ZusĂ€tzlich zu diesen globalen PlĂ€nen existiert eine bereits seit September 2025 bekannte AnkĂŒndigung, bis zum Ende des Jahrzehnts rund 13.000 Stellen abzubauen. Die Arbeitnehmervertreter in Berlin fordern daher flankierende politische MaĂnahmen auf EU-Ebene, um diesen trend zu stoppen. Die Veröffentlichung des Positionspapiers erfolgt zeitlich unmittelbar vor geplanten Protestaktionen der Gewerkschaft IG Metall.
