Brandenburg, Wohnungsbau

Brandenburg fördert Wohnungsbau: Zinsfreie Darlehen bis 230.000 Euro

Veröffentlicht: 05.06.2026 um 14:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neubau erreicht 2025 mit 206.600 fertigen Wohnungen den niedrigsten Stand seit 2012. Steueranreize und LĂ€nderprogramme sollen gegensteuern.

Wohnungsbau 2025: Rekordtief bei Fertigstellungen, neue Förderung
Ein detaillierter Bauplan eines WohngebĂ€udes mit einem Taschenrechner und einem Stift, der Finanzplanung und neue Bauprojekte symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Nur 206.600 Wohnungen wurden fertig. Jetzt sollen neue steuerliche Anreize und regionale ZuschĂŒsse gegensteuern.

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QNG-Standard lockt mit Sonderabschreibungen

FĂŒr Investoren wird der Neubau durch eine clevere Kombination aus Energieeffizienz und Abschreibungsvorteilen wieder interessanter. Die Paschertz Unternehmensgruppe erlĂ€uterte heute die Details: Objekte mit dem QualitĂ€tssiegel Nachhaltiges GebĂ€ude (QNG) ermöglichen die Sonderabschreibung nach § 7b EStG und eine degressive AfA von 5 Prozent in den ersten vier Jahren.

Das Ziel: Trotz gestiegener Baukosten mehr Kalkulationssicherheit schaffen. Auch die Instone Group setzt auf diesen Standard. Deren Tochter nyoo realisiert Wohneinheiten im QNG-40-Standard zu Herstellungskosten von unter 3.000 Euro pro Quadratmeter. Bezahlbarer Wohnraum und attraktive Renditen sollen so kein Widerspruch sein.

LÀnder ziehen nach: Zinsfreie Darlehen und Millionenförderung

Neben den Bundesanreizen verstĂ€rken einzelne LĂ€nder ihre Förderung. Brandenburgs Landesbank ILB startete am Mittwoch ein erweitertes Programm zur Wohneigentumsförderung. Es umfasst zinsfreie Darlehen bis 230.000 Euro und LandeszuschĂŒsse von 10.000 Euro. Besonders Familien profitieren: Der Zuschuss pro Kind wurde auf 10.000 Euro verdoppelt.

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Auch der geförderte Wohnungsbau lĂ€uft auf Hochtouren. In Kassel bereitet die GWH fĂŒr Juli den Erschließungsstart auf dem ehemaligen Jordan-GelĂ€nde vor. 88 Millionen Euro Investition, 233 Wohneinheiten bis 2033 – ĂŒberwiegend preisgebunden. Das Projekt setzt zudem auf ein „Schwammstadt“-Konzept zur Regenwasserversickerung.

Zinswende trifft den Markt hart

Trotz aller Förderanreize bleibt die Finanzierung schwierig. Die Bauzinsen fĂŒr zehnjĂ€hrige Bindungen kletterten im Mai 2026 erstmals ĂŒber 4 Prozent – auf durchschnittlich 4,02 Prozent. Zum Vergleich: 2021 lag die Fremdkapitalverzinsung fĂŒr BĂŒrofinanzierungen oft unter 2 Prozent. Heute sind es 5 bis 6 Prozent.

Das erzeugt massiven Refinanzierungsdruck. Bis Ende 2027 laufen gewerbliche Immobilienfinanzierungen mit einem Volumen von ĂŒber 100 Milliarden Euro aus. Banken werden wegen sinkender Bewertungen von BĂŒroimmobilien zunehmend in operative Prozesse ihrer Kreditnehmer einbezogen. Als Lösung wird der Einsatz unabhĂ€ngiger „Independent Bank Advisor“ (IBA) diskutiert.

Kapitalmarkt als Rettungsanker

Unternehmen nutzen derzeit gezielt den Kapitalmarkt. Die Instone Group bestĂ€tigte auf ihrer Hauptversammlung Anfang Juni die Prognose: ein bereinigtes Ergebnis nach Steuern zwischen 35 und 40 Millionen Euro. UBM Development kĂŒndigte an, eine Hybridanleihe ĂŒber 56,4 Millionen Euro vorzeitig zurĂŒckzuzahlen – refinanziert durch Kapital der PORR.

In der Schweiz bleibt der Markt fĂŒr institutionelle Anleger aufnahmefĂ€hig. Der Baloise Swiss Property Fund plant fĂŒr August eine Kapitalerhöhung mit bis zu 159 Millionen CHF. Ziel: das Portfolio um bis zu 14 Liegenschaften erweitern. Marcel Kucher, CEO von Swiss Prime Site, sieht den Renditespread zwischen ImmobilienertrĂ€gen und risikofreien Anlagen weiterhin attraktiv. Die historisch niedrigen Leerstandsquoten sprĂ€chen gegen eine Immobilienblase.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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