Brandschutz, Feuerlöscher

Brandschutz: Feuerlöscher alle zwei Jahre prüfen – Bußgelder drohen

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 05:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Betriebe müssen Feuerlöscher alle zwei Jahre prüfen lassen. Nachrüstungen wie Brandmeldeanlagen können bis zu 100.000 Euro kosten.

Brandschutz im Betrieb: Pflichten, Kosten und Haftungsrisiken
Mitarbeiter in einem modernen Bürogebäude nehmen an einer Brandschutzübung teil, wobei eine Person einen Feuerlöscher demonstriert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Dabei drohen bei Verstößen Bußgelder und Haftungsrisiken.

Wartungspflichten: Alle zwei Jahre ist Prüfung fällig

Die regelmäßige Wartung von Löscheinrichtungen ist gesetzlich klar geregelt. Feuerlöscher müssen mindestens alle zwei Jahre durch einen Sachkundigen geprüft werden. Hinzu kommen Druckprüfungen nach der Betriebssicherheitsverordnung – entweder alle fünf oder zehn Jahre. Die Grundausstattung muss so positioniert sein, dass der Weg zum nächsten Löschmittel maximal 20 Meter beträgt.

Wer diese Vorgaben ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder. Auch die Haftung bei einem Brandfall kann schnell teuer werden.

Nachrüstung: 100.000 Euro für eine Brandmeldeanlage

Wie kostspielig notwendige Nachrüstungen sein können, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Hessen. Im Djo-Landesheim in Poppenhausen-Rodholz muss bis zum ersten Quartal 2027 eine Brandmeldeanlage mit direkter Aufschaltung zur Feuerwehr installiert werden. Grund: gestiegene Bettenzahlen nach einem Erweiterungsbau. Die Kosten: rund 100.000 Euro.

Qualifizierung: Fünf bis zehn Tage für Fachleute

Für die fachliche Spezialisierung im Brandschutz stehen Unternehmen verschiedene Ausbildungswege offen. Die TÜV Rheinland Akademie bietet mehrtägige Lehrgänge für künftige Fachplaner und Fachbauleiter an. Diese Qualifizierungen dauern fünf Tage und schließen mit einem Zertifikat ab. Für tiefergehende technische Expertisen gibt es zehntägige Ausbildungen zum Brandschutzfachingenieur. Ergänzend existieren fachspezifische Seminare – etwa zum Brandschutz in Krankenhäusern oder zum Fassadenbrandschutz.

Auch Führungskräfte müssen geschult werden. Der Anbieter QuadratVZ führt Seminare zu rechtlichen Pflichten im Arbeitsschutz durch. Ziel: Führungspersonal für seine Verantwortung sensibilisieren.

Anzeige

Die fachliche Qualifizierung ist nur ein Teil der betrieblichen Sicherheit – ebenso wichtig ist die rechtssichere Dokumentation aller Maßnahmen. Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage erledigen Sicherheitsfachkräfte ihre Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz inklusive Risikomatrix und Maßnahmenplan deutlich effizienter. Gefährdungsbeurteilung Brandschutz: Kostenlose Excel-Vorlage herunterladen

Erste Hilfe: Kostenlose Schulungen für Betriebe

Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) erinnert an die Pflicht, eine ausreichende Zahl betrieblicher Ersthelfer auszubilden. Die Kosten für diese Schulungen übernimmt die Berufsgenossenschaft. Erste-Hilfe-Materialien, Rettungswege und automatisierte externe Defibrillatoren (AED) müssen im Betrieb leicht auffindbar und deutlich gekennzeichnet sein.

Elektro- und Wasserstofffahrzeuge: Jährliche Unterweisungspflicht

Besondere Anforderungen gelten für Unternehmen, die mit modernen Antriebstechnologien arbeiten. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) fordert eine jährliche Sensibilisierung für Mitarbeiter, die mit Elektro- oder Wasserstofffahrzeugen in Berührung kommen. Diese Unterweisungspflicht gilt bereits vor Aufnahme der Tätigkeit. Betroffen sind Service-Werkstätten, Hersteller, Zulieferer sowie Bereiche der Forschung und Entwicklung.

Anzeige

Neben speziellen Technologien bleibt die Handhabung klassischer Löschmittel eine zentrale Unterweisungspflicht für jeden Mitarbeiter. Diese fertige PowerPoint-Präsentation hilft Ihnen, Ihr Team in nur 15 Minuten professionell und gesetzeskonform im Umgang mit Feuerlöschern zu schulen. Kostenlose PowerPoint-Vorlage für Feuerlöscher-Unterweisung sichern

Gefahrenabwehrzentrum: 100 Millionen Euro für NRW

Um die Einsatzfähigkeit von Rettungskräften langfristig zu sichern, entstehen derzeit großflächige Infrastrukturprojekte. Im Ennepe-Ruhr-Kreis wird seit Sommer 2023 an einem Gefahrenabwehrzentrum gearbeitet. Die Eröffnung ist für Sommer 2027 geplant. Mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Euro soll das Zentrum auf 17.500 Quadratmetern eine Leitstelle, Übungsstrecken und ein Brandübungshaus für über 4.000 Einsatzkräfte beherbergen.

Auszeichnung: NRW ehrt Unternehmen für Ehrenamt

Das Land Nordrhein-Westfalen zeichnete Mitte Juli zehn Unternehmen mit einer Förderplakette aus. Sie stellen ihre Mitarbeiter für Einsätze im Brand- und Katastrophenschutz frei. Innenminister Herbert Reul betonte: Das Ehrenamt in diesem Sektor trage eine wesentliche gesellschaftliche Verantwortung.

Die Relevanz präventiver Maßnahmen zeigte zuletzt ein Feuer in einer Wuppertaler Schwebebahnstation – mutmaßlich ausgelöst durch eine weggeworfene Zigarettenkippe. Angesichts hoher Waldbrandgefahrenstufen appellieren Feuerwehren und Behörden regelmäßig an die Einhaltung grundlegender Sicherheitsregeln.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69776833 |