Brandschutz-MĂ€ngel, LĂŒftungsanlagen

Brandschutz-MĂ€ngel: LĂŒftungsanlagen zu 44,2% defekt

04.06.2026 - 08:11:18 | boerse-global.de

Der TÜV-Baurechtsreport 2026 zeigt einen alarmierenden Anstieg der MĂ€ngelquote bei technischen GebĂ€udeanlagen auf 35,9 Prozent.

Brandschutz-MĂ€ngel: LĂŒftungsanlagen zu 44,2% defekt - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Brandschutz-MĂ€ngel: LĂŒftungsanlagen zu 44,2% defekt - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der aktuelle TÜV-Baurechtsreport 2026 zeigt: 35,9 Prozent aller geprĂŒften technischen Anlagen wiesen 2025 erhebliche MĂ€ngel auf – ein drastischer Anstieg gegenĂŒber 26,9 Prozent im Vorjahr. Nur gut jede vierte Anlage (26,9 Prozent) war komplett ohne Beanstandungen. Der TÜV-Verband fordert deshalb strengere PrĂŒfungen und verbindliche Wartungsintervalle.

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Feuerlöschanlagen und LĂŒftungssysteme besonders betroffen

Besonders kritisch ist die Lage bei Feuerlöschanlagen: Hier stieg die MĂ€ngelquote von 30,4 auf 40,6 Prozent. Noch schlechter schneiden LĂŒftungsanlagen ab – mit erschreckenden 44,2 Prozent erheblicher Defekte. Auch sicherheitskritische Infrastrukturen wie Sicherheitsstromversorgungen (35,2 Prozent) und Notbeleuchtungen (35,0 Prozent) fallen durch hohe Ausfallraten auf.

Selbst Neuanlagen bleiben nicht verschont: Bei ErstprĂŒfungen wiesen 26,3 Prozent der Systeme gravierende MĂ€ngel auf – ein Anstieg von 19,7 Prozent im vorherigen Berichtszeitraum. Die Industrie reagiert mit verstĂ€rkten ZertifizierungsbemĂŒhungen. Die Walter Wurster GmbH etwa erhielt kĂŒrzlich die F90-Feuerwiderstandszertifizierung fĂŒr bestimmte DurchfĂŒhrungsmodelle, die zudem hohe Widerstandsklassen gegen Einbruch und Beschuss erfĂŒllen.

Siemens bringt intelligente Brandmelder auf den Markt

Angesichts der wachsenden KomplexitĂ€t setzen Herstellen zunehmend auf IoT-gestĂŒtzte Technologien. Erst am 2. Juni 2026 brachte Siemens die neue „Sinteso Nova"-Brandmelder-Serie auf den deutschen Markt. Die GerĂ€te nutzen Smoke Entry Supervision (SES) zur Echtzeit-Überwachung der Rauchöffnungen sowie die ASAplus-Technologie, die durch duale thermische Erkennung und MultiwellenlĂ€ngensensoren Fehlalarme minimiert. Die Systeme lassen sich in cloudbasierte GebĂ€udemanagement-Anwendungen integrieren.

Auch die Nachhaltigkeit verĂ€ndert den technischen Brandschutz. Auf der INTERSCHUTZ 2026 prĂ€sentierten Hersteller wie TSF Fahrzeuge fĂŒr PFAS-freie Schaumlöschmittel. Diese Entwicklungen folgen neuen Regularien, die herkömmliche Schaummittel zugunsten umweltfreundlicherer Alternativen zurĂŒckdrĂ€ngen – sowohl fĂŒr den Ernstfall als auch fĂŒr Übungen.

Qualifizierungsoffensive: Neue Wege zum Brandschutzexperten

Die steigende technische KomplexitĂ€t und die hohe MĂ€ngelquote treiben die Nachfrage nach Fachpersonal. Bildungszentren wie die VdS-Bildungszentrum und die TÜV Rheinland Akademie bieten strukturierte Qualifizierungspfade an – von Rauchabzug und Alarmierungssystemen bis zur spezialisierten Planung fĂŒr KrankenhĂ€user und Industrieanlagen.

Die Anbieter setzen dabei auf verschiedene Lernmodelle:

  • Professionelle Zertifizierung: Die DEKRA Akademie bietet bundesweit Schulungen fĂŒr Brandschutzbeauftragte an – 64 Unterrichtseinheiten Grundausbildung, alle drei Jahre 16 Einheiten zur VerlĂ€ngerung.
  • Modularer Aufbau: Die TÜV Rheinland Akademie hat einen Karriereweg entwickelt: von Basismodulen ĂŒber zertifizierte BrandschutzfachkrĂ€fte bis zum Experten fĂŒr Sonderbauten.
  • Digitale Weiterbildung: Skill Sprinters in Regensburg bietet mittlerweile 100 Prozent Online-Zertifikatskurse fĂŒr Brandschutzbeauftragte an. Die Programme sind förderfĂ€hig durch das Aufstiegs-BAföG und das Qualifizierungschancengesetz – je nach Voraussetzung zwischen 15 und 100 Prozent der Kosten.
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Um die Sicherheit im Betrieb trotz komplexer Technik zu gewĂ€hrleisten, mĂŒssen Verantwortliche im Ernstfall genau wissen, was zu tun ist. Dieser kostenlose Praxis-Report zeigt, worauf es bei der GefĂ€hrdungsbeurteilung im Brandschutz wirklich ankommt, und liefert die passenden Vorlagen direkt mit. Kostenlosen Praxis-Report und Checklisten jetzt sichern

Praxisnah: Ausbildung vor Ort bleibt entscheidend

Trotz aller Digitalisierung bleibt die lokale Ausbildung unverzichtbar. Erst am 3. Juni 2026 fĂŒhrte die Stadt Lichtenfels praktische Feuerlöscher-Schulungen fĂŒr ihre Mitarbeiter durch – mit Fokus auf Brandklassen und Löschmittel. Ende Mai absolvierten zudem vierzehn Feuerwehrleute im Landkreis Bad Kreuznach eine Spezialausbildung fĂŒr ChemieschutzanzĂŒge, die sowohl Theorie als auch praktische Übungen wie das Abdichten von Rohrleitungen umfasste.

Die Branche setzt ihren Weiterbildungskurs fort: Die TÜV Seminare Saarland haben fĂŒr das zweite Halbjahr mehrere Fachtagungen angesetzt, darunter eine Spezialistenkonferenz zu Kran- und Hebezeugtechnik am 3. und 4. November 2026. Die jĂ€hrlichen VdS-BrandSchutzTage finden voraussichtlich Anfang Dezember in Köln statt.

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