Brasiliens, Ex-PrÀsident

Brasiliens Ex-PrÀsident Bolsonaro muss in Hausarrest

05.08.2025 - 06:22:38 | dpa.de

Brasiliens oberster Gerichtshof hat Hausarrest fĂŒr den frĂŒheren PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro angeordnet.

"Es besteht kein Zweifel, dass die gegen Jair Messias Bolsonaro verhĂ€ngte Auflage missachtet wurde", befand Richter Alexandre de Moraes. Der bei der politischen Rechten in Brasilien verhasste Jurist hatte dem ehemaligen Staatschef die direkte und indirekte Nutzung sozialer Medien fĂŒr seine politischen Zwecke untersagt.

Moraes wirft Bolsonaro vor, trotz gerichtlicher Verbote die politische Debatte im Land gezielt ĂŒber soziale Netzwerke beeinflusst zu haben. So habe er mit Hilfe VerbĂŒndeter - darunter seine drei im Parlament vertretenen Söhne - Inhalte verbreiten lassen, die zu "Angriffen auf das Gericht anstachelten und auslĂ€ndische Interventionen forderten".

Bolsonaro muss seinen Hausarrest an seinem Wohnsitz verbringen, darf nur noch von AnwĂ€lten und nahen Angehörigen besucht werden und muss weiterhin eine elektronische Fußfessel tragen. Außerdem hat er sĂ€mtliche Mobiltelefone im Haushalt abzugeben.

Der rechte Ex-PrĂ€sident muss sich wegen seiner Rolle bei einem versuchten Staatsstreich nach seiner Wahlniederlage 2022 vor der Justiz verantworten. Am 8. Januar 2023 stĂŒrmten AnhĂ€nger Bolsonaros kurz nach Amtsantritt des heutigen Staatschefs Luiz InĂĄcio Lula da Silva den Kongress, das Oberste Gericht und den PrĂ€sidentenpalast in der Hauptstadt BrasĂ­lia. Bolsonaro beharrt darauf, er habe sich in diesem Zusammenhang nichts zu Schulden kommen lassen.

Seit Mitte Juli steht er unter strikten Auflagen, zu denen eine nĂ€chtliche Ausgangssperre, Kontaktverbot zu Diplomaten und die elektronische Fußfessel gehören. Zuletzt waren auch Videos verbreitet worden, die Bolsonaro mit seiner Fußfessel bei einer öffentlichen Veranstaltung im brasilianischen Kongress zeigen.

Demos in Brasilien - Bolsonaro grĂŒĂŸt via Telefon

Als am Sonntag in mehreren StĂ€dten des Landes UnterstĂŒtzer Bolsonaros demonstrierten und eine Amnestie fĂŒr ihn forderten, sprach dessen Sohn FlĂĄvio Bolsonaro in Rio de Janeiro vor der Menschenmenge und stellte seinen Vater ĂŒber Lautsprecher quasi zu den Demonstrierenden durch. "Guten Tag, Copacabana. Guten Tag, mein Brasilien. Eine Umarmung fĂŒr alle. Es geht um unsere Freiheit. Wir stehen zusammen", sagte Bolsonaro in der kurzen Ansprache. Ein Video von der BegrĂŒĂŸung seiner AnhĂ€nger wurde im Internet veröffentlicht und spĂ€ter wieder gelöscht.

Die Justiz bewertet die jĂŒngsten VerstĂ¶ĂŸe als "aktive politische Einflussnahme" Bolsonaros ĂŒber Dritte, die auf eine "Umgehung der direkten Zensur seiner eigenen KanĂ€le" hinauslaufe.

Bolsonaros Ärger mit der Justiz hat auch Auswirkungen auf das politische VerhĂ€ltnis mit den USA. US-PrĂ€sident Donald Trump gilt als UnterstĂŒtzer Bolsonaros, der sich wĂ€hrend seiner frĂŒheren Amtszeit auch den Beinamen "Tropen-Trump" erwarb - und kĂŒndigte kĂŒrzlich als Reaktion auf die strafrechtliche Verfolgung des Brasilianers Strafzölle in Höhe von 40 Prozent auf eine Vielzahl von Produkten aus dem sĂŒdamerikanischen Land an.

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