Lula, Paris

Lula drÀngt Paris zu Ratifizierung von Mercosur-Abkommen

05.06.2025 - 16:35:49 | dpa.de

Brasiliens PrÀsident Luiz Inåcio Lula da Silva hat Druck auf Frankreich gemacht, einem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen der EuropÀischen Union und den Mercosur-Staaten nicht lÀnger im Weg zu stehen.

Bei einem Besuch in Paris forderte Lula PrĂ€sident Emmanuel Macron auf, dem Abkommen zĂŒgig zuzustimmen.

"Ich werde die PrĂ€sidentschaft des Mercosur am 6. Juni ĂŒbernehmen. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich die Mercosur-PrĂ€sidentschaft nicht verlassen werde, ohne das Abkommen mit der EuropĂ€ischen Union zum Abschluss gebracht zu haben", meinte Lula zu Macron. "Also, mein Lieber, öffne dein Herz fĂŒr die Möglichkeit, dieses Abkommen mit unserem geliebten Mercosur abzuschließen."

Der brasilianische PrĂ€sident sagte weiter: "Dies ist die beste Antwort, die unsere Regionen angesichts der Unsicherheiten geben können, die durch die RĂŒckkehr zu Unilateralismus und Zollprotektionismus entstanden sind."

Langes Tauziehen um Handelsabkommen

Die EU-Kommission und die sĂŒdamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hatten im Dezember die Verhandlungen ĂŒber eine riesige Freihandelszone nach mehr als 20 Jahren abgeschlossen. Auf europĂ€ischer Seite gibt es aber Widerstand in LĂ€ndern wie Frankreich, Italien und Polen. Auch deutsche Landwirte befĂŒrchten eine neue Konkurrenz, die wesentlich billiger als sie produzieren kann.

Macron erwiderte Lula, dass das Mercosur-Abkommen verbessert werden mĂŒsse, um Frankreichs Landwirte vor einer Konkurrenz zu schĂŒtzen, die wesentlich weniger Regeln und Normen etwa beim Umweltschutz beachten mĂŒsse. Innerhalb der nĂ€chsten sechs Monate mĂŒssten entsprechende Schutzklauseln und ein Zusatzprotokoll erarbeitet werden.

Mit dem Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wĂŒrde eine der weltweit grĂ¶ĂŸten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern entstehen. Es sieht vor, vor allem Zölle abzubauen und damit den Handel anzukurbeln. Zum Schutz der EU-Landwirtschaft sollen bei bestimmten Agrarprodukten die MĂ€rkte aber nicht vollstĂ€ndig geöffnet werden.

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