Bruttoeinkommen, Medianentgelt

Bruttoeinkommen: Medianentgelt steigt auf 4217 Euro bundesweit

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesagentur für Arbeit meldet Median-Brutto von 4217 Euro für Vollzeitkräfte. Regionale Lohnunterschiede und Gender Pay Gap bleiben bestehen.

BA-Daten: Deutsche Gehälter steigen 2025 um 5,1 Prozent
Ein Tablet zeigt eine aufsteigende Grafik zur Lohnentwicklung in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Ende Juli 2026 detaillierte Zahlen zur Entwicklung der Bruttoeinkommen in Deutschland vorgelegt. Die Auswertung, die sich auf den Stichtag 31. Dezember 2025 bezieht, zeigt einen deutlichen Anstieg der Medianentgelte für Vollzeitbeschäftigte über alle Bundesländer hinweg. Mit einem bundesweiten Median von 4217 Euro brutto pro Monat verzeichnete die Statistik ein Plus von 203 Euro gegenüber dem Vorjahr, was einer Steigerung von 5,1 Prozent entspricht.

Da die Inflationsrate im Jahr 2025 bei 2,2 Prozent lag, ergab sich für die Beschäftigten ein realer Zuwachs ihrer Kaufkraft. Die Daten verdeutlichen jedoch weiterhin erhebliche Differenzen zwischen den Regionen, Qualifikationsstufen und Altersgruppen sowie zwischen den Geschlechtern.

Regionales Gefälle und Ost-West-Annäherung

Im Vergleich der Bundesländer bestehen weiterhin signifikante Unterschiede im Lohnniveau. Hamburg führt das Ranking mit einem Median-Entgelt von 4768 Euro an, gefolgt von Baden-Württemberg mit 4546 Euro und Hessen mit 4530 Euro. Am unteren Ende der Skala rangieren Thüringen mit 3508 Euro und Mecklenburg-Vorpommern mit 3497 Euro.

Trotz dieser Differenzen zeichnet sich eine langsame Annäherung zwischen Ost- und Westdeutschland ab. Während das Medianentgelt im Westen bei 4315 Euro lag, erreichten Beschäftigte im Osten 3761 Euro. Die Differenz belief sich damit auf 554 Euro, was einem Rückstand von 12,8 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte dieser Rückstand noch bei über 17 Prozent gelegen. Dennoch verdienen im Osten nach Angaben der BA rund 1,06 Millionen Vollzeitbeschäftigte weniger als 3000 Euro brutto, was einem Anteil von 28 Prozent entspricht.

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In Nordrhein-Westfalen bezifferte die dortige Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit das Medianentgelt für Vollzeitkräfte auf 4236 Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 4,7 Prozent bzw. 192 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Einfluss von Qualifikation und Alter auf das Einkommen

Die Auswertung bestätigt den starken Zusammenhang zwischen formaler Qualifikation und der Höhe des Entgelts. Bundesweit lag das Median-Einkommen für Akademiker bei 6146 Euro. Beschäftigte mit einem anerkannten Berufsabschluss kamen auf 4069 Euro, während Personen ohne Berufsabschluss im Median 3133 Euro erzielten. In Nordrhein-Westfalen klafft diese Schere mit 6479 Euro für Hochschulabsolventen gegenüber 3017 Euro für Ungelernte noch etwas weiter auseinander.

Auch das Lebensalter spielt eine wesentliche Rolle bei der Entlohnung. Während Vollzeitbeschäftigte unter 25 Jahren ein Median-Entgelt von 3202 Euro erhielten, stieg dieser Wert in der Altersgruppe der 25- bis 55-Jährigen auf 4286 Euro. Die Gruppe der über 55-Jährigen verzeichnete mit 4362 Euro das höchste Median-Einkommen.

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Dynamik beim Gender Pay Gap

Der bundesweite Gender Pay Gap, also der Unterschied zwischen den Median-Einkommen von Männern und Frauen, verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 37 Euro auf nunmehr 309 Euro. Interessanterweise zeigt sich im Osten Deutschlands ein umgekehrtes Bild: Dort lag das Entgelt der Frauen mit 3855 Euro über dem der Männer, die 3711 Euro erreichten.

Besonders deutlich sind die regionalen Unterschiede bei der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. In Thüringen ist der Gender Pay Gap mit einer Differenz von lediglich 1 Euro (Männer 3508 Euro, Frauen 3507 Euro) nahezu aufgehoben. In Brandenburg verdienen Frauen mit 3762 Euro im Median sogar 210 Euro mehr als Männer (3552 Euro).

Im Gegensatz dazu weisen westliche Bundesländer und Stadtstaaten teils hohe Differenzen auf. In Hamburg liegt der Gap bei 13 Prozent bzw. 585 Euro (Männer 5022 Euro, Frauen 4437 Euro), in Baden-Württemberg sogar bei 16 Prozent bzw. 660 Euro. Berlin weist mit einer Differenz von 107 Euro (2,4 Prozent) eine vergleichsweise geringe Lücke auf. Das größte Gefälle findet sich im Vergleich zwischen dem höchsten männlichen Medianlohn (Hamburg: 5022 Euro) und dem niedrigsten weiblichen Medianlohn (Thüringen: 3507 Euro), was einer Differenz von 1515 Euro bzw. 43 Prozent entspricht.

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