BT-31-Verfahren: Neue Regeln für Asbestsanierung mit weniger Schutzaufwand
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Bauwirtschaft und der industriellen Instandhaltung spielen standardisierte Verfahren eine zentrale Rolle, um gesetzliche Sicherheitsvorgaben mit wirtschaftlicher Effizienz zu vereinen.
Ein wesentlicher Aspekt betrifft den fachgerechten Umgang mit schadstoffbelasteten Bauteilen, insbesondere im Bereich der Asbestsanierung. Das sogenannte BT-31-Verfahren bietet hierbei einen regulatorischen Rahmen für spezialisierte Wanddurchbrüche. Ergänzend dazu definieren aktuelle technische Leitfäden die Anforderungen für präzise Bohrungen in anspruchsvollen Materialien wie Beton und Fliesen.
Das BT-31-Verfahren für asbestbelastete Wanddurchbrüche
Das BT-31-Verfahren ist speziell für Arbeiten an asbestbelasteten Wanddurchbrüchen konzipiert. Ziel dieses Ansatzes ist es, den notwendigen Schutzaufwand für die ausführenden Betriebe zu reduzieren, ohne dabei die gesundheitlichen Sicherheitsstandards zu gefährden. Ein wesentliches Merkmal bleibt dabei der gleichbleibend hohe Dokumentationsstandard, der die Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen lückenlos sicherstellt.
Durch die Anwendung dieses emissionsarmen Verfahrens können Fachbetriebe die Belastung für Mensch und Umwelt minimieren. Es ermöglicht eine schnellere Abwicklung von Sanierungsprojekten, da unter Einhaltung spezifischer technischer Parameter auf aufwendigere Schutzmaßnahmen verzichtet werden kann, die bei herkömmlichen Verfahren ohne anerkannte Emissionsarmut zwingend erforderlich wären.
Wer sich mit komplexen Sanierungsverfahren befasst, muss auch die rechtssichere Dokumentation im Blick behalten. Diese kostenlosen Vorlagen und Checklisten helfen Sifas und Arbeitgebern, Zeit zu sparen und rechtliche Risiken bei der Gefährdungsbeurteilung zu vermeiden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen
Technische Anforderungen für Bohrungen in Betonschachtringe
Bei Arbeiten an Infrastrukturanlagen, etwa in der Kanaltechnik oder beim Verlegen von Leitungen, sind Bohrungen in Betonschachtringe eine häufige Anforderung. Fachliche Empfehlungen betonen hierbei die Notwendigkeit einer präzisen Vorbereitung vor Beginn der Arbeiten.
Zwingend erforderlich ist eine Prüfung des jeweiligen Ringtyps, der Wandstärke sowie der vorhandenen Bewehrung innerhalb des Betons. Zudem muss die Bohrtiefe strikt begrenzt werden, um die strukturelle Integrität des Schachtrings nicht zu beeinträchtigen.
Für diese Aufgaben wird eine Bohrung mit einem Durchmesser von 4 mm bis 6 mm empfohlen. Technisch ist dabei der Einsatz einer herkömmlichen Bohrmaschine anstelle eines Bohrhammers vorgesehen, um Erschütterungen und Materialausbrüche zu vermeiden. Ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Kanten und Fugen ist dabei zwingend einzuhalten.
Für die anschließende Befestigung von Komponenten stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:
* Verwendung von Dübeln
* Klebetechnische Verbindungen
* Einsatz mechanisch gesicherter Platten
Bei technischen Arbeiten an der Infrastruktur können unerkannte Risiken schnell teuer werden. Ein kostenloser Report klärt über gesetzliche Pflichten und die häufigsten Irrtümer bei der Gefährdungsbeurteilung auf, damit Ihr Betrieb auf der sicheren Seite bleibt. Diese 7 Irrtümer zur Gefährdungsbeurteilung können Arbeitgeber teuer zu stehen kommen
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Installation von Sensoren, für die eine zusätzliche Absturzsicherung vorgeschrieben ist. Falls der Typ des Betonschachtrings unbekannt ist oder nicht eindeutig identifiziert werden kann, wird die Hinzuziehung eines spezialisierten Fachbetriebs empfohlen.
Präzisionsbohrungen in verlegten Fliesen
Ein weiterer Bereich der technischen Fachplanung betrifft das Erstellen von Öffnungen in bereits verlegten Fliesen. Um Materialschäden wie Spannungsrisse oder Brüche zu vermeiden, ist die Wahl des Werkzeugs entscheidend.
Hartmetallbohrer eignen sich für kleinere Durchlässe im Bereich von 12 mm bis 20 mm. Für größere Aussparungen mit einem Durchmesser von mehr als 120 mm werden Diamant-Lochsägen empfohlen. Alternativ können je nach Anforderung Multitools oder Winkelschleifer eingesetzt werden.
Der Prozess erfordert eine strukturierte Vorgehensweise, die mit der Vorbereitung der Arbeitsfläche und dem Anlegen der Schutzausrüstung beginnt. Zu den bewährten Techniken gehört die Durchführung einer Pilotbohrung sowie die konstante Kühlung des Werkzeugs mit Wasser.
Um das Risiko von Rissen zu minimieren, sollte mit einer niedrigen Drehzahl und langsamem Vorschub gearbeitet werden. Ein häufig genutzter Hilfsmittel ist zudem das Abkleben der Bohrstelle mit Klebeband, um ein Abrutschen des Bohrers auf der glatten Oberfläche zu verhindern.
Bei besonders harten Materialien sind Diamantwerkzeuge unverzichtbar. In Fällen, in denen sehr große Bohrungen erforderlich sind oder eine potenzielle Gefahr für unterliegende Versorgungsleitungen besteht, wird die Beauftragung von Fachpersonal angeraten.
