BĂŒro-Etikette bei Hitze: Knigge-Expertin warnt vor Flip-Flops
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts sommerlicher Höchsttemperaturen rĂŒcken die Etikette-Regeln in deutschen Unternehmen verstĂ€rkt in den Fokus. In einem aktuellen Interview mit dem SWR identifizierte die Knigge-Expertin Carolin LĂŒdemann den gröĂten Fauxpas bei Hitze im BĂŒro: zu wenig Stoff. Insbesondere das Erscheinen barfuĂ oder in Flip-Flops wertete die in Flein ansĂ€ssige Expertin als deutlichen VerstoĂ gegen die professionellen Standards.
Angemessene Kleidung trotz extremer Hitze
Die Anforderungen an ein professionelles Auftreten bleiben laut LĂŒdemann auch bei steigenden Temperaturen bestehen. Kurze Hosen bei MĂ€nnern stuft sie als schwierig ein, wĂ€hrend Röcke bei Frauen mindestens bis zum Knie reichen sollten. Die Expertin empfiehlt zudem, auch im Sommer auf geschlossene Schuhe zu setzen und Oberteile mit einem Ărmelansatz zu wĂ€hlen, um eine angemessene SeriösitĂ€t zu wahren.
Eine bewusste Abweichung von diesen Konventionen ist nach EinschĂ€tzung LĂŒdemanns nur unter einer Bedingung vertretbar: Der Regelbruch mĂŒsse selbst aktiv thematisiert werden, um MissverstĂ€ndnissen vorzubeugen. Damit unterstreicht die Expertin die Bedeutung von Transparenz in der beruflichen Kommunikation, wenn Ă€uĂere UmstĂ€nde Anpassungen des Dresscodes erfordern.
Materialwahl und formelle Anforderungen bei 35 Grad
ErgĂ€nzend dazu gab die Frankfurter Stilberaterin Sonja Garrison Hinweise fĂŒr die Garderobe bei Temperaturen um 35 Grad. Sie rĂ€t dazu, den Look nicht zu sehr an der Freizeitgestaltung auszurichten.
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Im Zweifelsfall sei es besser, leicht ĂŒber das ĂŒbliche MaĂ hinaus formell gekleidet zu sein (overdressed), als zu informell zu erscheinen. Garrison prĂ€zisiert die LĂ€ngenmaĂe fĂŒr den Business-Kontext: Sowohl Röcke als auch die Shorts von Herren sollten nicht kĂŒrzer als eine Handbreit ĂŒber dem Knie enden.
Als absolute Tabus bezeichnete die Stilberaterin bauchfreie Oberteile sowie Àrmellose Shirts bei MÀnnern. Um die Hitze ertrÀglicher zu machen, empfiehlt sie den Griff zu atmungsaktiven Stoffen wie Cool Wool oder Leinenmischungen.
In Bezug auf formelle AnlÀsse erlÀuterte Garrison, dass das Sakko bei Terminen nach dem anfÀnglichen Smalltalk abgelegt werden könne. Auch auf eine Krawatte könne verzichtet werden, sofern das restliche Erscheinungsbild durchdacht und stimmig wirke.
Umgang mit sensiblen Themen im Kollegenkreis
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Neben der rein modischen Komponente spielt auch die persönliche Hygiene eine Rolle fĂŒr das Betriebsklima wĂ€hrend einer Hitzewelle. Carolin LĂŒdemann adressierte in diesem Zusammenhang den Umgang mit unangenehmem Körpergeruch am Arbeitsplatz. Sie rĂ€t Betroffenen oder Kollegen dazu, das Problem in einem GesprĂ€ch unter vier Augen anzusprechen. Dabei sei die Verwendung von Ich-Botschaften essenziell, um die Situation sachlich und respektvoll zu klĂ€ren, ohne das GegenĂŒber zu brĂŒskieren.
Zusammenfassend zeigen die EinschĂ€tzungen der Expertinnen, dass ProfessionalitĂ€t im BĂŒro auch bei Extremwetterlagen gewahrt werden muss. WĂ€hrend funktionale Materialien und kleine Lockerungen bei Accessoires wie Krawatten zulĂ€ssig sind, bleiben grundlegende Prinzipien wie die Wahl geschlossener Schuhe und eine ausreichende Körperbedeckung fĂŒr ein seriöses geschĂ€ftliches Umfeld maĂgeblich.
