Büro-Umnutzung, Millionen

Büro-Umnutzung: 300 Millionen Euro für Wohnraum ab Juli

01.07.2026 - 05:55:29 | boerse-global.de

Neues KfW-Programm fördert Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum mit bis zu 30.000 Euro pro Einheit.

Bund startet Förderung: Umbau von Büros zu Wohnungen
Büro-Umnutzung - Ein modernes Apartment, das aus einem Gewerbegebäude umgebaut wurde, mit Blick auf eine Stadtlandschaft. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 1. Juli 2026 können Investoren Zuschüsse beantragen, wenn sie leere Büros und Geschäfte in Wohnraum umwandeln. Das Bundesbauministerium und die KfW haben dafür ein neues Förderprogramm gestartet. Insgesamt stehen 300 Millionen Euro bereit.

Ziel ist es, zwei Probleme gleichzeitig anzugehen: den hohen Leerstand bei Gewerbeimmobilien und die Wohnungsnot in Ballungszentren.

Bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro Wohneinheit

Die Förderung ist attraktiv: Pro neu geschaffener Wohnung gibt es bis zu 30.000 Euro. Das entspricht 30 Prozent der förderfähigen Kosten – gedeckelt auf maximal 100.000 Euro pro Einheit. Die Anträge laufen direkt über die KfW.

Allerdings gibt es Grenzen: Pro Investor oder Unternehmen sind maximal 300.000 Euro innerhalb von drei Jahren möglich. Das liegt an der De-minimis-Regelung. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht. Und wer einen Zuschlag bekommt, muss den Umbau innerhalb von 54 Monaten abschließen.

Energetische Vorgaben als Bedingung

Das Programm hat eine wichtige Hürde eingebaut: Nach dem Umbau muss das Gebäude das Niveau eines Effizienzhauses 85 EE erreichen. Die energetische Sanierung selbst wird aber nicht gefördert – nur die reinen Umbaukosten für die Wohnraumschaffung.

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Die Politik reagiert damit auf veränderte Marktbedingungen. Schätzungen zufolge stehen über 12 Millionen Quadratmeter Bürofläche in Deutschland leer. Die Umnutzung gilt als Chance, bestehende Bausubstanz nachhaltig weiterzuentwickeln.

Großes Potenzial – aber auch hohe Hürden

Das Potenzial ist enorm. Eine Ifo-Studie aus dem Jahr 2024 sieht in den sieben größten deutschen Städten Platz für bis zu 60.000 Wohnungen. Der Immobiliendienstleister JLL beziffert die Zahl auf etwa 11.000 Einheiten. Besonders deutlich wird der Bedarf in Nordrhein-Westfalen: Das Pestel-Institut berechnet dort ein Defizit von rund 376.000 Wohnungen.

Doch der Weg ist steinig. Experten warnen vor hohen Umbaukosten. In reinen Gewerbegebieten fehlt oft die Infrastruktur für Wohnnutzung. Strenge Auflagen bei Brandschutz oder Sanitäranlagen treiben die Kosten zusätzlich. Die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte steht infrage.

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Leuchtturmprojekt in Berlin-Mitte

Zum Start des Programms besichtigte Bauministerin Hubertz ein konkretes Beispiel. In Berlin-Mitte entsteht in einem ehemaligen Rundfunkgebäude Wohnraum. Bis 2029 sollen dort 28 neue Wohneinheiten entstehen. Solche Projekte zeigen: Aus leeren Büros können tatsächlich Wohnungen werden.

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