Bundesweite Durchsuchungen: Mehr als 2.000 EinsatzkrÀfte gegen Schwarzarbeit und Menschenhandel
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 13:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Mehr als 2.000 Beamtinnen und Beamte von Zoll und Polizei durchsuchen bundesweit Hotels und Reinigungsfirmen wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit und Menschenhandel.
Aktionen in etwa einem Dutzend BundeslÀndern
Die federfĂŒhrende Staatsanwaltschaft in Berlin teilte mit, dass die EinsatzkrĂ€fte in etwa einem Dutzend BundeslĂ€ndern tĂ€tig seien. Zuvor hatten Medien ĂŒber die geplanten MaĂnahmen berichtet.
Bei den Ermittlungen geht es auĂerdem um den Verdacht auf Steuer- und Sozialversicherungsbetrug sowie VerstöĂe gegen den Mindestlohn.
Haftbefehle sollen vollstreckt werden
Ob es bereits Festnahmen gab, konnte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft zunÀchst nicht sagen. Nach seinen Angaben sollten bei dem Einsatz jedoch Haftbefehle vollstreckt werden.
SpezialkrÀfte in Halle-Neustadt
In Sachsen-Anhalt gehörte nach Angaben der Mitteldeutschen Zeitung auch Halle zu den Einsatzorten. Dort sollen SpezialkrĂ€fte der Polizei in Halle-Neustadt eine Wohnung gestĂŒrmt haben.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft machte dazu zunÀchst keine Angaben. Eine gemeinsame Mitteilung der beteiligten Behörden sollte spÀter veröffentlicht werden.
Kontrollen gegen Ausbeutung und illegale BeschÀftigung
Die bundesweite Aktion verbindet mehrere Deliktsbereiche, die in der Praxis eng zusammenhĂ€ngen können: nicht angemeldete Arbeit, vorenthaltene Sozialabgaben, Steuerbetrug und VerstöĂe gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Der zusĂ€tzliche Verdacht des Menschenhandels richtet den Blick auf mögliche AbhĂ€ngigkeiten und Ausbeutung von BeschĂ€ftigten. FĂŒr die Ermittler ist deshalb nicht nur die Beweissicherung bei Unternehmen wichtig, sondern auch die Identifizierung und der Schutz möglicher Opfer.
Behörden setzen stÀrker auf Datenaustausch
Die Durchsuchungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung die Zusammenarbeit von Sozial-, Finanz- und Sicherheitsbehörden gegen organisierte Formen des Sozialleistungs- und Arbeitsbetrugs ausweiten will. Geplante Meldewege zwischen Jobcentern und Zoll sollen Hinweise auf Schwarzarbeit oder MindestlohnverstöĂe schneller an die zustĂ€ndigen Stellen bringen. Das kann Ermittlungen beschleunigen, erhöht aber zugleich die Anforderungen an Datenschutz und eine sorgfĂ€ltige Trennung zwischen Verdacht und nachgewiesener Straftat.
Bedeutung fĂŒr BeschĂ€ftigte und Betriebe
FĂŒr BeschĂ€ftigte in Hotels und Reinigungsfirmen kann der Einsatz konkret bedeuten, dass Arbeitszeiten, Lohnabrechnungen, Unterbringung und AufenthaltsverhĂ€ltnisse geprĂŒft werden. Werden VerstöĂe festgestellt, drohen den Verantwortlichen neben strafrechtlichen Folgen Nachzahlungen von Löhnen, Steuern und Sozialabgaben. FĂŒr den legal arbeitenden Teil der Branche sind Kontrollen zudem ein Instrument gegen Wettbewerbsverzerrung. Ob und in welchem Umfang die Razzia zu Festnahmen, Beschlagnahmen oder weiteren Verfahren fĂŒhrt, soll die angekĂŒndigte gemeinsame Mitteilung der beteiligten Behörden klĂ€ren.
