Habeck: Deutschland war bei Ukraine-Hilfe 'immer zu spÀt'
25.11.2024 - 06:06:13 | dpa.deEs werde ein Fehler bleiben, dass die Bundesrepublik bei Waffenlieferungen "immer zu spĂ€t gewesen" sei, sagte der GrĂŒnen-Politiker in der ARD-Sendung "Miosga". Der GrĂŒnen-Kanzlerkandidat verwies auf die anfĂ€ngliche ZurĂŒckhaltung bei der Frage jeglicher Waffenlieferungen und auf die spĂ€te Lieferung von Leopard-Panzern. Das wiederhole sich nun, betonte Habeck mit Blick auf die Debatte ĂŒber die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnt eine Taurus-Lieferung ab und sieht das im aufziehenden Wahlkampf aus Ausdruck seiner Besonnenheit im Ukraine-Krieg. Habeck befĂŒrwortet hingegen eine Abgabe der Marschflugkörper an die ukrainische Armee. Zugleich betonte er, es brauche Besonnenheit und kĂŒhlen Kopf.
In einem anderen Punkt gab der Vizekanzler Scholz RĂŒckendeckung. Es sei richtig gewesen, mit Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin zu telefonieren. Wie sonst solle man zu GesprĂ€chen ĂŒber den Konflikt kommen, wenn man nicht mit Gegnern oder gar verfeindeten Kriegsparteien rede, fragte Habeck. Scholz und Putin hatten zuvor erstmals seit fast zwei Jahren telefoniert, woraufhin der Kanzler viel Kritik bekam fĂŒr sein GesprĂ€ch mit dem Kremlchef, der den Angriffskrieg im Februar 2022 befohlen hatte.
Fehler beim Heizungsgesetz - Warnung vor UnionsplÀnen
Breiten Raum nahm in der ARD-Talksendung das Heizungsgesetz ein. Habeck rĂ€umte ein, dass es ein Fehler gewesen sei, die soziale Förderung nicht gleich zu Beginn mit veröffentlicht zu haben. Diese sei von ihm geplant und durchgerechnet gewesen. FDP und "erstaunlicherweise" auch die SPD hĂ€tten diese nicht gewollt. Zugleich warnte er die Union davor, im Fall eines Wahlsieges das Gesetz zurĂŒckzudrehen und die Förderung beim Heizungstausch zu senken oder gar zu streichen. SchlieĂlich wĂŒrden fossile Energien auch teurer. "Wenn man den PlĂ€nen der Union folgt, werden die Menschen in Deutschland an dieser Stelle Ă€rmer", warnte Habeck.
Koalition nicht an Egos zerbrochen
FĂŒr das Aus der Ampel-Koalition machte Habeck nicht zu groĂe Egos bei den einst drei Partnern verantwortlich, sondern vielmehr das Problem, dass es von Anfang an zu unterschiedliche Vorstellungen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik gegeben habe. Zugleich seien aber viele gesellschaftliche Reformprojekte vorangebracht worden. Als Knackpunkt wertete Habeck ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Haushalt 2024, das Milliardenlöcher in den Etat riss. Das sei der entscheidende Punkt gewesen, an dem die Regierung nicht mehr weitergekommen sei. Sie habe sich dann noch ein Jahr "durchgeschleppt".
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