Business Angel des Jahres 2026: Startups können jetzt ihre Geldgeber nominieren
20.05.2026 - 13:37:44 | boerse-global.de
Der Bundesverband Business Angels Deutschland (BAND) hat den Nominierungsprozess für den „Business Angel des Jahres 2026" gestartet. Seit dem 18. Mai können deutsche Startups ihre privaten Investoren für die begehrte „Goldene Nase" vorschlagen. Die 27. Auflage des renommiertesten deutschen Preises für Frühphaseninvestoren rückt dabei einen entscheidenden Wandel in den Fokus: Mentoring und Netzwerk zählen inzwischen genauso viel wie reines Kapital.
Wer nominieren darf – und wer nicht
Die Nominierung ist ausschließlich Gründern vorbehalten. Nur Startups, die tatsächlich eine Investition von einem Business Angel erhalten haben, dürfen Vorschläge einreichen. Eine wichtige Bedingung: Die Finanzierungsspritze muss nach dem 31. Dezember 2021 erfolgt sein. Damit stellt BAND sicher, dass nicht historische Altlasten, sondern aktive, lebendige Partnerschaften ausgezeichnet werden.
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Die Kandidaten müssen ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben. Zwar sind erfolgreiche Exits ein Pluspunkt, doch im Fokus der Jury stehen für 2026 vor allem „Empathie und Netzwerk" – also die Frage, wie sehr sich ein Investor wirklich in seine Portfoliounternehmen hineinversetzt und welche Türen er öffnet. Die Frist für die Einreichung detaillierter Bewerbungsunterlagen endet am 1. August 2026.
Der Maßstab: Tobias Wittich als Vorbild
Die Kriterien sind kein Zufall. Erst im Oktober 2025 wurde der Berliner Investor Tobias Wittich zum Business Angel des Jahres 2025 gekürt. Wittich, der branchenunabhängig investiert, überzeugte die Jury durch sein außergewöhnliches engagement in den Bereichen Teamaufbau, rechtliche Strukturierung und Anschlussfinanzierung. Zu seinem Portfolio zählen unter anderem AIBeatz, Aury, Mimotype und FEMNA Health. Sein Erfolg setzte den Maßstab für den aktuellen Zyklus: Der Investor als Partner auf Augenhöhe – „im selben Boot wie die Gründer", wie es bei BAND heißt.
Europäische Erfolge und regionale Auszeichnungen
Die deutschen Nominierungen folgen auf einen wichtigen europäischen Meilenstein. Am 14. Mai 2026 wurde auf der SIM Conference in Porto Vicky Brock mit dem Golden Aurora Award 2026 ausgezeichnet – der wichtigsten europäischen Auszeichnung für weibliche Business Angels. Ihre Vorgängerinnen: Cintia Mano (2025) und Annegien Blokpoel (2024). Der Preis unterstreicht die wachsende Bedeutung von Diversität in der Investorenlandschaft.
In Deutschland zeigt sich ein ähnlicher Trend: Rund 13 Prozent der BAND-Mitglieder sind Frauen, das Programm „Women Entrepreneurs Parcours" umfasst inzwischen 230 Startups mit Gründerinnen an der Spitze.
Auch auf regionaler Ebene gab es im Frühjahr 2026 bereits Ehrungen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen zeichnete im April Matthias Damerow und Axel Niesing als regionale Business Angels des Jahres aus. Die vielen regionalen Preise neben der nationalen „Goldenen Nase" zeigen: Private Investitionen werden auf allen Ebenen zunehmend professionalisiert.
Der Markt: 11.000 Engel investieren 2,5 Milliarden Euro
Die diesjährige Nominierungsphase fällt in eine Zeit beeindruckender Dimensionen für den deutschen Angel-Markt. Aktuell gibt es rund 11.000 aktive Business Angels in Deutschland. Sie investieren jährlich schätzungsweise 2,5 Milliarden Euro – und sind damit nach Volumen und Anzahl der Transaktionen die bedeutendste Frühphasenfinanzierungsquelle, noch vor den klassischen Venture-Capital-Fonds.
Der Verband selbst vertritt rund 3.500 direkte und indirekte Mitglieder und koordiniert über 40 Angel-Netzwerke und -Clubs. Im März 2026 veröffentlichte BAND ein Positionspapier mit dem Titel „Nur wer sät, kann ernten", das konkrete Vorschläge zum Abbau bürokratischer Hürden und zur Stärkung privater Frühphaseninvestitionen enthielt.
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Ein weiterer Beleg für die Professionalisierung: Das German Standards Setting Institute (GESSI) stellt inzwischen 38 Standarddokumente und Verträge bereit, die die Interessen von Gründern und Investoren ausbalancieren sollen. Diese Instrumente gelten als essenziell für die „qualifizierten" Investments, die der Preis feiern möchte.
Ausblick: Wer bekommt die Goldene Nase 2026?
Nach Ablauf der Nominierungsfrist am 1. August beginnt die finale Bewertungsphase. Die Jury wird die Tiefe der Beziehung zwischen Startups und ihren Investoren prüfen – und vor allem nach strategischem Mehrwert jenseits des reinen Kapitals suchen. Der oder die Siegerin wird in den „BAND Heaven of Fame" aufgenommen, eine Runde von 38 bisherigen Preisträgern, die seit der ersten Verleihung im Jahr 2001 die deutsche Investitionslandschaft geprägt haben.
Branchenbeobachter erwarten, dass der Preis 2026 besonders auf Impact- und Deep-Tech-Expertise fokussiert sein wird – Bereiche, die im ersten Quartal des Jahres stark zugelegt haben. Die kommenden Monate stehen zudem im Zeichen der ESIL-Initiative (Early Stage Investing Launchpad), die grenzüberschreitende Kooperationen fördern und Startups auf die internationale Bühne vorbereiten soll.
Die finale Preisverleihung ist traditionell der Höhepunkt des jährlichen Business Angels Community Summit. Dort wird die „Goldene Nase" überreicht – als Symbol für die besondere „Nase" der Investoren für erfolgreiche Innovationen und ihren unermüdlichen Einsatz für den Unternehmergeist.
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