CBAM: Indien übernimmt 90% der Compliance-Kosten für KMU
29.06.2026 - 03:44:46 | boerse-global.de
Grund ist das europäische Grenzausgleichssystem CBAM, das seit Jahresbeginn für Exporteure in die EU gilt.
Hohe Kosten für Stahlexporteure
Seit Januar 2026 müssen indische Betriebe die Emissionsdaten ihrer Produkte nachweisen. Die jährlichen Kosten pro Unternehmen: 1,5 bis 2 Millionen Rupien. Besonders hart trifft es den Stahlsektor. Marktanalysen zufolge könnten die EU-Importe von indischem Stahl um bis zu 24 Prozent sinken.
Das Subventionsmodell soll den Großteil dieser bürokratischen Lasten staatlich tragen. Fehlende Emissionsdaten führen nämlich zu gestaffelten Aufschlägen: Für 2026 sind es 10 Prozent, 2027 steigt der Satz auf 20 Prozent, ab 2028 dann auf 30 Prozent.
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Globaler Trend zu Emissionsgrenzen
Die indische Initiative kommt nicht von ungefähr. Auch Großbritannien bereitet ein eigenes Grenzausgleichssystem vor, das bis 2027 starten soll. In Südostasien geht es ebenfalls voran: In Vietnam nahm heute eine neue Emissionshandelsbörse den Betrieb auf.
Parallel dazu treibt Indien seine Handelsintegration voran. Mitte Juli soll das Wirtschaftsabkommen CETA mit Großbritannien in Kraft treten. Handelsminister Piyush Goyal sieht darin Chancen für Investitionen und Innovationen.
Energieabhängigkeit als strukturelles Problem
Trotz der Fördermaßnahmen bleibt die indische Industrie verletzlich. Ein aktueller EY-Bericht zeigt: Die Abhängigkeit von Rohölimporten überstieg im vergangenen Finanzjahr 90 Prozent. Die heimische Produktion sank auf 26 Millionen Tonnen. Strategische Reserven decken gerade einmal den Bedarf von fünf Tagen.
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Die EU-Kommission reagiert derweil mit eigenen Schutzmaßnahmen. Sie stockte die Strompreis-Hilfen für energieintensive Betriebe auf – ein Signal, dass auch Europa während der ökologischen Transformation um seine Wettbewerbsfähigkeit kämpft.
