CBAM-Reform: 91 Prozent der Unternehmen entlastet
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Europäische Union vereinfacht ihr CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) massiv. Rund 91 Prozent der bisher betroffenen Unternehmen sollen von den komplexen Berichtspflichten befreit werden. Das Ziel: weniger Bürokratie, ohne die ökologische Lenkungswirkung zu opfern.
Fokus auf die großen Emittenten
Das CBAM reguliert Importe aus CO2-intensiven Branchen wie Stahl, Aluminium und Zement. Doch der bürokratische Aufwand stand zuletzt heftig in der Kritik. Die neuen Ausnahmen sollen vor allem kleine und mittlere Betriebe entlasten. Die großen Emittenten bleiben aber im Visier.
Kritiker warnen bereits: Die massiven Befreiungen könnten den angestrebten Umwelteffekt abschwächen. Doch die EU hält an den Kernsektoren fest – und baut parallel die nötige Prüf-Infrastruktur auf.
Erste Prüfer ab September
Erste zertifizierte CBAM-Prüfer werden für September 2026 erwartet. Bisher wurden 24 nationale Akkreditierungsstellen autorisiert – elf davon sind bereits einsatzbereit. Für berichtspflichtige Unternehmen liegen die Kosten der Datenverifizierung zwischen 5.000 und über 150.000 Euro.
Die erste verbindliche CBAM-Erklärung muss bis zum 30. September 2027 eingereicht werden. Ein straffer Zeitplan für die betroffenen Firmen.
Trotz angekündigter Vereinfachungen bleiben die verbleibenden Berichtspflichten für viele Unternehmen eine große Hürde. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die EU-Verordnung rechtssicher umsetzen und teure Bußgelder zuverlässig vermeiden. Gratis-Checkliste zur CBAM-Umsetzung herunterladen
Gratis-Zertifikate bis 2038 – unter Bedingungen
Die EU-Kommission hat zudem vorgeschlagen, kostenlose Emissionszertifikate für CBAM-Sektoren bis 2038 zu verlängern. Ursprünglich war ein Auslaufen bis 2034 geplant. Doch die Verlängerung hat einen Haken: Ab 2031 müssen Unternehmen konkrete Dekarbonisierungspläne vorlegen.
Zur Unterstützung des Wandels soll eine „Industrial Decarbonisation Bank“ mit 100 Milliarden Euro entstehen. Branchenvertreter wie der Stahlverband EUROFER zeigen sich skeptisch – ein vollständiger Übergang bis 2033 sei unrealistisch. Die Unsicherheit zeigt bereits Wirkung: Stahlkonzern ArcelorMittal hat Projekte zur Direktreduktion und Elektrolichtbogenöfen vorerst verschoben.
Deutschland zieht nach
Auch auf nationaler Ebene tut sich was. Verbände begrüßen Pläne zur Reform der Ersatzbaustoffverordnung und zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Die Digitalisierung von Umweltinformationen soll das Recycling von Baustoffen fördern.
Da viele Importeure noch immer unsicher über den genauen Umfang ihrer Meldepflichten sind, bietet dieser Experten-Report eine wertvolle Orientierungshilfe. Erfahren Sie Schritt für Schritt, was Ihr CBAM-Bericht wirklich enthalten muss, um alle regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Kostenloses CBAM E-Book inkl. Checkliste sichern
Wirtschaftsvertreter fordern zudem verlässliche Genehmigungsprozesse und niedrigere Energie- und CO2-Kosten. Branchenorganisationen arbeiten an eigenen Leitfäden für den Product Carbon Footprint (PCF) – um Unternehmen bei den verbleibenden regulatorischen Anforderungen zu helfen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
