CDU-Landesminister, Merz

CDU-Landesminister schreiben Merz: keine Zuckersteuer

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 18:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den BundeslÀndern haben sich in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen die geplante Zuckersteuer ausgesprochen.

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und auch an Kanzleramtsministerin Nina Warken und Fraktionschef Thorsten Frei (beide CDU) ging, verweisen sie auf den Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung. Dieser setze bei dem Thema "vor allem auf Freiwilligkeit, Anreize und Eigenverantwortung".

Unterschrieben ist der Brief von Ministern und Ministerinnen aus Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, ThĂŒringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt - sowie von der Berliner Senatorin fĂŒr Verbraucherschutz. "Bild" und "Welt" hatten zuerst darĂŒber berichtet.

Minister wollen Eigenverantwortung statt staatlicher Lenkung

Eine Zuckersteuer setze auf staatliche Lenkung und belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise zusĂ€tzlich, kritisieren die Ressortchefs in dem Schreiben. ErnĂ€hrungsbildung, Eigenverantwortung, AufklĂ€rung und Innovation seien der richtige Weg fĂŒr eine Zuckerreduktion.

"Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation der landwirtschaftlichen Betriebe mit steigenden Kosten fĂŒr DĂŒnger und Diesel ist ein Eingriff in den Zuckermarkt mit der Folge von sinkenden Erlösen nicht vermittelbar", lautet ein anderes Argument.

Schneider: Lebensmittelindustrie hat Fortschritte erzielt

Die rheinland-pfĂ€lzische Ministerin Christine Schneider, die auch Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundesrat ist, sagte der dpa: "Mir ist gesunde ErnĂ€hrung wichtig, aber nicht mit den Mitteln der Ordnungspolitik, sondern durch ErnĂ€hrungsbildung." Die Zuckersteuer hemme den Kauf bestimmter Lebensmittel, "was die momentane Lage der Landwirtschaft zusĂ€tzlich verschĂ€rft". Die Lebensmittelindustrie habe bereits Fortschritte bei der Zuckerreduzierung erzielt. "Diesen Weg wollen wir unterstĂŒtzen."

Kanzler hatte Klingbeils PlÀne gestoppt

Das Kanzleramt hatte die PlĂ€ne von Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) fĂŒr eine Steuer auf zuckerhaltige GetrĂ€nke Anfang des Monats vorerst gestoppt. In Regierungskreisen hieß es, sein Entwurf weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab "und ist in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfĂ€hig". Klingbeil hĂ€lt aber trotzdem an einer Zuckersteuer fest. "Das Ziel bleibt klar. Wir haben verabredet, eine Zuckersteuer einzufĂŒhren", sagte er am 2. Oktober. Unklar ist bislang, wo die Verhandlungen zu dem Thema in der Koalition stehen.

Klingbeil blieb zuversichtlich

Mit der Zuckersteuer will Klingbeil nicht nur Einnahmen fĂŒr den Bundeshaushalt generieren, sondern auch GetrĂ€nkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesĂŒnder zu machen. Laut dem Entwurf von Anfang Oktober soll sie ab Juli 2027 fĂŒr alle GetrĂ€nke ab einem Zuckergehalt von fĂŒnf Gramm pro 100 Milliliter gelten.

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