Chemie-Tarifabschluss: 50.000 BeschÀftigte erhalten 1,8% Lohnplus
Veröffentlicht: 12.06.2026 um 21:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rund 50.000 BeschĂ€ftigte erhalten ein Lohnplus von 1,8 Prozent â gedeckelt auf maximal 100 Euro. Der Abschluss liegt deutlich unter der rollierenden Inflation von 3,35 Prozent.
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Einmalzahlung und Mindestlöhne steigen
ZusÀtzlich zur Erhöhung der Ist-Löhne gibt es eine Einmalzahlung von 300 Euro. Die BeschÀftigten können diese wahlweise auch als freien Tag nutzen. Die Mindestlöhne und Lehrlingsentgelte steigen um zwei Prozent. Der bisherige Mindestlohn lag bei 2.477 Euro.
Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA bezeichnen das Ergebnis als âharten Kompromissâ. Die Arbeitgeber hĂ€tten ĂŒber sechs Runden hinweg auf einer Nulllohnrunde beharrt, kritisieren Hubert Bunderla und Alfred Mayrwöger.
Warnstreiks vor dem Durchbruch
Dem Abschluss gingen massive Arbeitsniederlegungen voraus. Am 10. Juni legten BeschÀftigte beim Industriegase-Spezialisten Air Liquide in Schwechat die Arbeit nieder. Die Versorgung kritischer Infrastrukturen wie KrankenhÀuser blieb gesichert.
Einen Tag spĂ€ter weiteten sich die Streiks auf den Chemiepark Linz aus. Betroffen waren Unternehmen wie Aurorium, Nufarm, Thermo Fisher Scientific und Borouge International. Die Arbeitnehmer hatten ursprĂŒnglich drei Prozent mehr gefordert. Die Arbeitgeber boten lange nur 0,5 Prozent plus Einmalzahlungen oder eine verzögerte Anpassung ab Oktober.
Chemie liegt hinter anderen Branchen zurĂŒck
Der Abschluss fĂ€llt in eine angespannte wirtschaftliche Debatte. Zeitgleich wurde bekannt: BeschĂ€ftigte im Bau- und Holzgewerbe erhalten durchschnittlich 3,5 Prozent mehr. Die Chemiebranche liegt damit deutlich hinter anderen SchlĂŒsselsektoren.
Analysen zeigen: Rund 84 Prozent der bisherigen AbschlĂŒsse in der FrĂŒhjahrslohnrunde blieben unter der rollierenden Inflation. Aus dem Finanzministerium kommen Signale, dass eine Senkung der Lohnnebenkosten um zwei Milliarden Euro kĂŒnftige Verhandlungen erleichtern könnte. Das Wirtschaftsministerium verweist dagegen auf gestiegene LohnstĂŒckkosten: Diese seien in Ăsterreich zwischen 2022 und 2025 um sechs Prozentpunkte stĂ€rker gestiegen als im Eurozonen-Durchschnitt.
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