China-Luxussteuer, Autobauer

China-Luxussteuer trifft deutsche Autobauer: Porsche verliert 32%

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Jahr nach Pekings Steuerverschärfung brechen die Verkaufszahlen deutscher Premiumhersteller in China zweistellig ein.

Chinas Luxussteuer: Deutsche Autobauer mit massiven Absatzeinbußen
Ein luxuriöses deutsches Auto mit einem subtilen, digitalen Overlay, das einen absteigenden Finanzgraphen darstellt, vor einer verschwommenen chinesischen Stadtlandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Peking. Ein Jahr nach der Verschärfung der chinesischen Luxussteuer für Autos ziehen Experten eine verheerende Bilanz für deutsche Hersteller. Die gesenkte Steuerschwelle hat die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen massiv einbrechen lassen.

Deutlicher Nachfragerückgang im Premiumsegment

Vor rund einem Jahr senkte Peking die Schwelle für die Luxussteuer von 1,3 Millionen Yuan auf 900.000 Yuan (rund 116.000 Euro). Die Abgabe trifft vor allem hochwertige Verbrenner – genau das Segment, in dem deutsche Hersteller traditionell stark sind.

Die Folgen sind messbar. Der chinesische Pkw-Verband CPCA dokumentiert einen deutlichen Nachfragerückgang bei Fahrzeugen zwischen alter und neuer Steuergrenze. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) bewertet die Änderungen als negativ für die deutschen Premiummarken.

Zweistellige Absatzverluste im ersten Halbjahr 2026

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Porsche traf es am härtesten: Der Sportwagenhersteller verlor in China 32 Prozent seines Absatzes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei Mercedes-Benz sanken die Verkäufe um 28 Prozent, BMW verbuchte ein Minus von 20 Prozent. Auch Audi blieb mit 19 Prozent Rückgang nicht verschont.

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Die Hersteller selbst relativieren die Zahlen. Mercedes-Benz betont, dass die betroffenen Modelle weniger als fünf Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen. BMW sieht kaum Auswirkungen auf das gesamte Absatzvolumen. Doch die zweistelligen Rückgänge zeigen den zunehmenden Druck auf dem wichtigsten Einzelmarkt der deutschen Autoindustrie.

Strukturelle Nachteile verschärfen die Krise

Die Steuer ist nur ein Teil des Problems. Deutsche Hersteller kämpfen mit strukturellen Nachteilen gegenüber der lokalen Konkurrenz. Während deutsche Unternehmen 48 bis 54 Monate für die Entwicklung neuer Modelle brauchen, bringen chinesische Hersteller Fahrzeuge bereits nach 24 bis 30 Monaten auf den Markt.

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Ein Experte des Mercator-Instituts für Chinastudien (Merics) warnt zudem vor einer zu starken Abhängigkeit von China. Er rät davon ab, Produktionskapazitäten für chinesische Marken bereitzustellen oder Fahrzeuge aus China zu importieren. Hintergrund seien anhaltend unfaire Wettbewerbsbedingungen. Stattdessen empfiehlt er eine stärkere Ausrichtung auf andere Industriesektoren.

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