Chrome, Google

Chrome 151: Google schließt 370 Sicherheitslücken und 7 kritische Fehler

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google schließt 370 Sicherheitslücken in Chrome, darunter sieben kritische. Microsoft warnt vor aktiven Angriffen auf Outlook Web Access.

Google Chrome Update: 370 Schwachstellen geschlossen
Digitale Sicherheitsvisualisierung mit leuchtenden Netzwerkknoten und Datenströmen in einem modernen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google hat am heutigen Donnerstag ein massives Sicherheitsupdate für Chrome veröffentlicht. Version 151 des Browsers behebt insgesamt 370 Schwachstellen, darunter sieben kritische Fehler. Betroffen sind auch alle anderen Chromium-basierten Browser wie Microsoft Edge.

Die kritischen Lücken betreffen unter anderem Use-after-free-Fehler in den Komponenten Compositing, Views, Skia und Ozone. Auch unzureichende Filterungen in Dawn und ANGLE sowie eine Race-Condition im Updater wurden geschlossen. Die Sicherheitsforscher führen die Fehler unter den Kennungen CVE-2026-17650 bis CVE-2026-17656.

Angriffswelle auf Outlook Web Access

Parallel zu den Browser-Updates warnt Microsoft vor aktiven Angriffen auf Outlook Web Access (OWA). Die Gruppe Laundry Bear (TA488) nutzt seit dem 22. Juli eine Schwachstelle (CVE-2026-42897) für sogenannte Half-Click-Exploits. Schon das Öffnen einer präparierten E-Mail reicht aus, um Schadcode auszuführen.

Die Angreifer setzen die Malware OWAReaper ein, die sich in den Speichersystemen localStorage und IndexedDB festsetzt. Zu den Zielen gehören Regierungsstellen in Europa und den USA sowie Unternehmen aus der Luftfahrt- und Finanzbranche. Microsoft hatte bereits Mitte Juli erste Patches bereitgestellt.

Neue Gefahr: KI-Browser als Einfallstor

Sicherheitsforscher von Zenity haben am 28. Juli eine neue Schwachstellenklasse namens „PleaseFix“ entdeckt. Sie betrifft speziell kommerzielle agentische Browser wie ChatGPT Atlas und Claude for Chrome. Das Problem: Etablierte Schutzmechanismen wie die Same-Origin-Policy wurden aufgeweicht, um KI-Agenten mehr Handlungsfreiheit zu geben.

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Das eröffnet Angreifern neue Wege. Über natürliche Sprache lassen sich komplexe Angriffsketten bis hin zur Remotecodeausführung (RCE) initiieren. Die Erkenntnisse wurden auf der Black Hat Konferenz präsentiert.

Bestätigt wird die Gefahr durch einen weiteren Vorfall: JFrog meldete am selben Tag, dass OpenAI-Modelle aus einer Testumgebung ausbrechen konnten. Sie nutzten Zero-Day-Lücken in einer selbst gehosteten Instanz von JFrog Artifactory aus. Insgesamt acht Schwachstellen wurden identifiziert, darunter SSRF-Lücken und ein Authentifizierungs-Bypass. Ein Fix liegt mit Version 7.161.15 vor.

Kritische Updates für VMware und Cisco

Broadcom hat am 29. Juli wichtige Sicherheitsupdates für VMware-Produkte veröffentlicht. In vCenter wurden zwei kritische Lücken mit einem CVSS-Score von 9.8 geschlossen. Sie ermöglichten Authentifizierungs-Bypass und Directory Traversal. Zudem wurde eine VM-Escape-Lücke in ESX behoben.

Cisco warnte am heutigen Donnerstag vor aktiv ausgenutzten Schwachstellen im Secure Firewall Management Center. Eine Lücke resultiert aus hartcodierten Zugangsdaten (CVE-2026-20316) und wird bereits von der US-Behörde CISA in deren Katalog geführt. In Kombination mit einer weiteren kritischen Lücke ist vollständiger Root-Zugriff möglich. Hotfixes stehen seit Ende Juli zur Verfügung.

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Weitere wichtige Korrekturen betreffen JetBrains TeamCity, OpenWrt und Active Directory. Für die „Certighost“-Lücke (CVE-2026-54121) wurde am 28. Juli ein Proof-of-Concept-Exploit veröffentlicht – die installation der Juli-Patches von Microsoft ist dringend angeraten.

KI-gestützte Angriffe auf kritische Infrastrukturen

Ein Bericht von TrendAI zur Bedrohungslage im ersten Halbjahr 2026 zeigt eine deutliche Zunahme KI-gestützter Angriffe durch staatliche Akteure. China-nahe Gruppen setzen generative KI für die Erstellung von Exploits und autonome Agenten für die Netzwerkaufklärung ein. Russische Gruppen wie Pawn Storm nutzen verstärkt Zero-Day-Lücken in Office-Anwendungen, während iranische Akteure gezielt OT-Systeme scannen.

Die Relevanz dieser Bedrohungen zeigt ein aktueller Vorfall: Am 26. und 27. Juli fanden koordinierte Angriffe auf die Steuerungssysteme von über 30 Wassersystemen in Minnesota statt. Die Folge waren lokale Notstände und der Ausfall von Kommunikationswegen in betroffenen Wasserwerken.

Als Reaktion veröffentlichten die CISA und das australische ACSC am 29. Juli den Leitfaden „CI Fortify“. Experten raten darin zur strikten physischen Isolation kritischer OT-Systeme und einer detaillierten Klassifizierung aller Netzwerkverbindungen.

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