Cispa-Gründer Backes: Klage gegen Freistellung als Geschäftsführer
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Gründungsdirektor des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit (Cispa), Michael Backes, wehrt sich juristisch gegen seine Freistellung als Geschäftsführer der Forschungseinrichtung.
Wie Mitte August bekannt wurde, hat Backes einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt. Ziel des rechtlichen Schrittes ist es, die einseitig getroffene Entscheidung aufzuheben und seine sofortige Wiederbeschäftigung in der operativen Leitung des Instituts zu erwirken.
Rechtliche Auseinandersetzung um vertragliche Grundlagen
Der Kern der gerichtlichen Auseinandersetzung liegt in den spezifischen Inhalten des Dienstvertrages zwischen Backes und dem Forschungszentrum. Der Gründungsdirektor argumentiert, dass eine einseitige Freistellung von seinen Aufgaben als Geschäftsführer vertraglich nicht vorgesehen sei. Nach seiner Rechtsauffassung fehle für eine solche Maßnahme die erforderliche Grundlage in den bestehenden Vereinbarungen.
In der Praxis der Geschäftsführung von Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist die Frage der Freistellung häufig ein zentraler Streitpunkt, sofern keine expliziten Klauseln im Anstellungsvertrag definiert wurden.
Backes sieht in dem Vorgehen eine Verletzung seiner vertraglich zugesicherten Rechte und fordert daher die Rückkehr an seinen Arbeitsplatz, um seine Funktionen als Leiter des renommierten IT-Sicherheitszentrums wieder vollumfänglich wahrnehmen zu können.
Vorwurf einer öffentlichen Kampagne
Über die rein juristischen Aspekte der Freistellung hinaus thematisiert Michael Backes auch die Umstände, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Er spricht in diesem Zusammenhang von einer öffentlichen Kampagne, die gegen ihn geführt werde. Nach Darstellung des Gründungsdirektors diene die Freistellung als Teil einer gezielten Strategie, seine Position und seinen Ruf zu beschädigen.
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Die öffentliche Wahrnehmung des Falls belastet die Situation am Cispa zusätzlich. Da Backes als prägende Figur und Gründungsdirektor maßgeblich für den Aufstieg des Zentrums zu einer international beachteten Forschungseinrichtung verantwortlich zeichnete, wiegt der Vorwurf einer gezielten Kampagne schwer. Er verlangt vor diesem Hintergrund nicht nur die rechtliche Klärung seines Status, sondern auch die Wiederherstellung seiner professionellen Integrität durch die Wiederbeschäftigung.
Bedeutung für die Governance des Forschungszentrums
Der Ausgang des Verfahrens um die einstweilige Verfügung wird mit Spannung erwartet, da er weitreichende Folgen für die Governance und die künftige Führungsstruktur des Cispa haben könnte. Die Entscheidung des Gerichts wird darüber Aufschluss geben, inwieweit die Träger der Einrichtung befugt sind, personelle Konsequenzen in der Geschäftsführung zu ziehen, wenn entsprechende Regelungen im Dienstvertrag nicht eindeutig formuliert sind.
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Bisher ist das Cispa vor allem durch wissenschaftliche Erfolge in der Cybersicherheitsforschung hervorgetreten. Die aktuelle juristische Eskalation rückt nun die internen Strukturen und das Verhältnis zwischen der Institutsleitung und den Aufsichtsgremien in den Fokus der Öffentlichkeit.
Eine Entscheidung über den Antrag auf einstweilige Verfügung könnte bereits in naher Zukunft Klarheit darüber schaffen, ob Michael Backes an die Spitze des Helmholtz-Zentrums zurückkehren wird oder ob die Freistellung bis zu einer endgültigen Klärung in einem Hauptsacheverfahren bestehen bleibt.
