Cloud Act (CADA): EU schÀrft DatensouverÀnitÀt gegen US-Anbieter
08.06.2026 - 14:24:29 | boerse-global.de
Vorstandschef Christian Klein kĂŒndigte am Montag Investitionen von bis zu 300 Millionen Euro an. Das Geld flieĂt in den Ausbau von Cloud- und KI-KapazitĂ€ten.
Fokus auf DatensouverÀnitÀt
Die Mittel sind Teil einer Strategie fĂŒr lokale Infrastrukturen in sensiblen Datenbereichen. Das Angebot soll ĂŒber die Plattform Bleu verfĂŒgbar sein. SAP strebt dabei die SecNumCloud-3.2-Zertifizierung der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI an. Diese gilt als wichtiger Standard fĂŒr Cloud-Dienste staatlicher Stellen und kritischer Infrastrukturen.
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Die AnkĂŒndigung fĂ€llt mit dem Investorengipfel âChoose Franceâ zusammen. Anfang Juni kamen dort umfangreiche Zusagen internationaler Tech-Konzerne zusammen. SoftBank plant KI-Rechenzentren mit bis zu 75 Milliarden Euro Volumen. Amazon will innerhalb von drei Jahren 15 Milliarden Euro investieren und 7.000 Jobs schaffen.
Cloud-GeschÀft als Wachstumstreiber
FĂŒr SAP markiert der Schritt den weiteren Ausbau des Cloud-GeschĂ€fts. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Cloud-Erlöse um 27 Prozent. Der Current Cloud Backlog â der Wert vertraglich gesicherter Cloud-UmsĂ€tze der nĂ€chsten zwölf Monate â erreichte 21,9 Milliarden Euro.
Die Investitionen erfolgen vor dem Hintergrund neuer EU-Regularien. Am 3. Juni stellte die EU-Kommission das âEuropean Technological Sovereignty Packageâ vor. KernstĂŒck ist der Cloud and AI Development Act (CADA), der die AbhĂ€ngigkeit von auslĂ€ndischen Anbietern reduzieren soll. Derzeit kontrollieren US-Hyperscaler rund 70 Prozent des europĂ€ischen Cloud-Marktes.
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Neue Sicherheitsstufen fĂŒr Cloud-Dienste
Das Regelwerk fĂŒhrt vier Sicherheitsstufen ein â die Union Assurance Levels (UAL). Besonders fĂŒr UAL3 und UAL4 gelten strenge Auflagen. Diese Stufen sind fĂŒr sensible Regierungsdaten vorgesehen. Ein Zugriff oder Einfluss durch Drittstaaten muss ausgeschlossen sein.
Die EU will die DatenverarbeitungskapazitĂ€ten innerhalb der Union in fĂŒnf bis sieben Jahren verdreifachen. Der geschĂ€tzte Kapitalbedarf dafĂŒr sowie fĂŒr den Chips Act 2.0 liegt bis 2036 bei insgesamt 420 Milliarden Euro.
SouverÀne Strukturen auch in Deutschland
Gemeinsam mit der Deutschen Telekom erhielt SAP einen Auftrag ĂŒber 250 Millionen Euro. Ziel ist eine souverĂ€ne KI-Cloud-Plattform fĂŒr die öffentliche Verwaltung. Sie soll Teil des Deutschland-Stack werden. Als eines der ersten Projekte wurde KIPITZ genannt.
Der globale Wettbewerb um technologische MarktfĂŒhrerschaft verschĂ€rft sich. IBM investiert ĂŒber fĂŒnf Jahre mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Quantencomputing. Alphabet kĂŒndigte Anfang Juni ein Paket von 80 Milliarden US-Dollar fĂŒr KI-Infrastruktur an.
SAPs Transformation zum Cloud-Anbieter zeigt sich in den GeschÀftszahlen. Das Non-IFRS-Betriebsergebnis verbesserte sich im ersten Quartal 2026 um 24 Prozent auf 2,87 Milliarden Euro. Die operative Marge lag bei 30,0 Prozent. Der Konzern integriert zudem verstÀrkt KI-Lösungen wie den Copiloten Joule in Plattformen wie Signavio und LeanIX.
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