CO-Zertifikate, Bundesministerium

CO?-Zertifikate: Bundesministerium fördert drei Pilotprojekte

26.06.2026 - 07:36:51 | boerse-global.de

Bundesministerium fördert neue Zertifizierungssysteme für Carbon Farming. Internationale Anbieter wie Puro.earth streben EU-Anerkennung an.

CO?-Zertifikate aus Landwirtschaft: Drei Pilotprojekte gestartet
CO-Zertifikate - Fruchtbarer Ackerboden mit jungen grünen Pflanzen, symbolisch für Kohlenstoffbindung und nachhaltige Landwirtschaft. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In Berlin übergab das Ministerium die Förderbescheide für Projekte, die Zertifizierungssysteme für Carbon Farming entwickeln. Ziel ist die Umsetzung der EU-Verordnung zur freiwilligen Zertifizierung von Kohlenstoffentnahmen (EU-CRCF).

Die Vorhaben konzentrieren sich auf Moorschutz, Humusaufbau und Agroforstsysteme. Beteiligt sind das Projekt CRCF_SysINT (Dekra und Hochschule Zittau/Görlitz), Meo-CRCF (Meo Carbon Solutions) sowie CSDE (QAL und Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft). Sie sollen bestehende Systeme integrieren und neue Methoden entwickeln – für rechtssichere, nachvollziehbare Zertifikate.

Internationale Anbieter drängen auf EU-Anerkennung

Parallel zu den deutschen Initiativen bereiten sich etablierte Marktakteure auf den neuen Rechtsrahmen vor. Das Nasdaq-gestützte Unternehmen Puro.earth hat formell die Anerkennung als Zertifizierungsschema unter der EU-CRCF beantragt.

Puro.earth bietet bereits Methoden für biobasiertes CCS, direkte Luftabscheidung (DACCS) und Pflanzenkohle an. Das Unternehmen rechnet mit stark steigender Nachfrage nach EU-zertifizierten Einheiten.

Erste verifizierte Gutschriften aus Mykorrhiza-Projekten

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Während Europa die Regeln schärft, melden US-Unternehmen operative Fortschritte. Groundwork BioAg hat erste verifizierte Kohlenstoffgutschriften aus seinem Rootella-Carbon-Programm ausgegeben – rund 19.600 Einheiten, geprüft nach dem Standard Verra VM0042.

Das Programm nutzt Mykorrhiza-Pilze, die zwischen 1,5 und 3,5 Tonnen CO?-Äquivalente pro Acre und Jahr binden können. Die eingeschriebene Fläche wuchs in drei Jahren von 9.000 auf rund 700.000 Acres (280.000 Hektar). Landwirte erhalten bis zu 70 Prozent der Erlöse.

Globale Marktentwicklung und technologische Integration

Auch international gewinnt der Markt für naturbasierte Lösungen an Struktur. In Senegal wurde ein Mangroven-Schutzprojekt unter Verra-Standards registriert. Das Vorhaben der Karbon-X Corp. umfasst 7.500 Hektar und soll über 40 Jahre rund 2,2 Millionen Tonnen CO?-Äquivalente binden.

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Indonesien kündigte an, die Integrität seines nationalen Kohlenstoffmarktes durch neue Kontrollinstanzen zu stärken. Anfang Juli sollen forstwirtschaftliche Gutschriften im Umfang von über 30 Millionen Tonnen ausgegeben werden – begleitet vom Start eines nationalen Kohlenstoffregisters.

Flankiert werden diese Entwicklungen durch neue Softwarelösungen. SAP hat eine integrierte Lösung für das EU-Grenzausgleichssystem (CBAM) eingeführt. Unternehmen können damit Emissionsdaten erfassen und finanzielle Verpflichtungen ab 2026 systemseitig abbilden.

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