CO2-Grenzausgleich: Fünf-Milliarden-Paket für Industrie ab September
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 22:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ab dem 1. Januar 2026 müssen Importeure CO2-Zertifikate kaufen. Die Bundesregierung reagiert mit einem Fünf-Milliarden-Paket.
Fünf Milliarden für den Klimaschutz
Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Gebotsverfahren für CO2-Differenzverträge gestartet. Das Volumen: bis zu fünf Milliarden Euro. Profitieren sollen energieintensive Branchen wie Chemie, Metall, Zement, Kalk, Glas, Papier und Keramik.
Die sogenannten Climate Contracts for Difference gleichen die Mehrkosten CO2-armer Produktion über 15 Jahre aus. Unternehmen können ihre Gebote bis zum 7. September 2026 einreichen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit während der Transformation zu sichern.
Neue Hilfen für die Berichtspflicht
Die Emissionsberichterstattung bleibt eine der größten Herausforderungen. Der Cluster Dekarbonisierung der Industrie hat deshalb am 29. Juli eine Praxishilfe für Treibhausgasbilanzen veröffentlicht. Sie soll Betrieben helfen, belastbare Daten zu liefern.
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Bereits Anfang Juni aktualisierte die Deutsche Emissionshandelsstelle ihre Leitfäden zur Strompreiskompensation. Für Glas und Keramik gelten nun erleichterte Regeln. Bei Papier und Stahl bleibt es dagegen bei strengen Vorgaben.
Software soll Bürokratie schlucken
Spezialisierte Anbieter versprechen Abhilfe. Sunhat etwa spricht von 80 Prozent weniger Aufwand bei ESG-Berichterstattungen. In konkreten Fällen bedeute das Einsparungen von rund 406.000 Euro pro Jahr.
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Auch die Chemiebranche zieht nach. 47 Unternehmen haben im Projekt „Together for Sustainability“ ein Pilotprojekt mit Siemens gestartet. Ziel ist der Austausch verifizierter Emissionsdaten entlang der Lieferkette.
Internationale Wellen
Die Vorbereitungen auf den CBAM-Start sind global spürbar. Vietnam eröffnete Ende Juni eine eigene Kohlenstoffbörse – ein Versuch, die Exporte in die EU wettbewerbsfähig zu halten.
Kritisch bleibt die Lage für kleine und mittlere Unternehmen. Die ersten Zahlungen werden 2026 fällig, ab 2027 kommen rückwirkende Forderungen dazu. Branchenanalysten rechnen derzeit mit CO2-Preisen zwischen 60 und 70 Euro pro Tonne.
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