Commerzbank-Übernahme: UniCredit kontrolliert 47,59 Prozent
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die italienische Großbank UniCredit hat Zugriff auf fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp reagiert nun mit der Ankündigung konstruktiver Gespräche. In der Branche gilt das als Beginn einer neuen Phase im möglichen Zusammenschluss.
Anteile, Optionen und offene Fragen
UniCredit hält direkt 12,5 Prozent an der Commerzbank. Zusammen mit angedienten Aktien, Optionen und Derivaten verfügt das Institut über Zugriff auf bis zu 47,59 Prozent. Für das Überschreiten der 20-Prozent-Marke braucht es allerdings die Genehmigung der EZB-Bankenaufsicht. Mit einer Entscheidung rechnet die Branche im vierten Quartal 2026.
Orlopp stellte klar: UniCredit könne strukturelle Änderungen nicht im Alleingang durchsetzen. Sie strebe eine freundliche Einigung an. Schutz der internationalen Aktivitäten und die Börsennotierung der Commerzbank hätten Priorität.
Regierung plant Gegenschlag?
Die Bundesregierung hält derzeit rund 12 Prozent der Anteile. Jetzt prüft sie offenbar eine Aufstockung auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie. Das könnte über die KfW laufen und rund 5,5 Milliarden Euro kosten. Ziel: wesentliche strategische Entscheidungen blockieren.
Die politischen Lager sind gespalten. Die Opposition fordert eine „Goldene Aktie“ für dauerhaften Staatseinfluss. Andere Akteure signalisierten, eine Fusion nicht grundsätzlich verhindern zu wollen.
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Milliarden-Synergien gegen Stellenabbau
UniCredit-Chef Andrea Orcel peilt Kosteneinsparungen von rund 1,4 Milliarden Euro an. Die Commerzbank verfolgt derweil ihren eigenen Kurs: 3.000 Stellen sollen bis 2030 wegfallen, der Gewinn sich verdoppeln.
Die Märkte reagieren nervös. Die Commerzbank-Aktie legte um 3,1 Prozent zu, UniCredit-Papiere gaben leicht nach. Auch die Bond-Spreads der Commerzbank weiteten sich aus – ein Zeichen für veränderte Risikowahrnehmung.
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Europas Banken konsolidieren
Der Fall Commerzbank steht für eine Welle von Fusionen im europäischen Finanzsektor. Das Transaktionsvolumen erreichte im ersten Halbjahr 2026 Rekordwerte. Doch nicht jedes Projekt gelingt: In Italien scheiterten jüngst Gespräche zwischen Banco BPM und der Krisenbank Mps, weil Großaktionäre wie Crédit Agricole eigene Wege gingen.
Ein wichtiger Gradmesser folgt in der kommenden Woche: Die Commerzbank legt ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Sie dürften die Verhandlungsposition des Vorstands gegenüber UniCredit maßgeblich beeinflussen.
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