Cybercrime, BKA

Cybercrime: BKA und Microsoft zerschlagen Hacker-Netzwerke mit 320 Servern

25.06.2026 - 03:35:44 | boerse-global.de

Internationale Operation legt 320 Server lahm und sichert Millionen gestohlener Zugangsdaten. KI half bei der Analyse der Malware-Strukturen.

BKA, Europol und Microsoft: Großrazzia gegen Hacker-Netzwerke
Cybercrime - Ein abstraktes Bild, das ein blau leuchtendes digitales Netzwerk und herabfließenden BinĂ€rcode vor einem dunklen Hintergrund zeigt, mit einem roten Licht in der Ferne. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Über 320 Server wurden unschĂ€dlich gemacht, mehr als 140 Domains gesperrt. Die Aktion richtete sich gegen die Malware-Familien SocGholish, Amadey und StealC.

Koordinierter Schlag gegen die Cybercrime-Infrastruktur

Mitte Juni 2026 konzentrierte sich die operative Phase der internationalen Großaktion. Allein in Deutschland gingen 40 Server vom Netz. Microsoft meldete am 24. Juni die Abschaltung von ĂŒber 200 Command-and-Control-Servern (C2), die zur Steuerung infizierter Rechner dienten.

Durch den Eingriff verloren die Kriminellen die Kontrolle ĂŒber rund 18.000 Computer ihrer Opfer. Die Reichweite der Schadsoftware war enorm: In der ersten MaihĂ€lfte 2026 wurden rund 140.000 Infektionen registriert. Deutschland war nach den USA am stĂ€rksten betroffen.

Die drei Hauptakteure der Malware-Lieferkette

Amadey ist seit 2018 aktiv und fungiert als digitaler Einbrecher, der weitere Schadcode nachlÀdt. StealC hingegen ist auf den Diebstahl sensibler Daten spezialisiert. Beide nutzten teilweise dieselbe Infrastruktur.

SocGholish – auch als FakeUpdates bekannt – verbreitet sich ĂŒber gefĂ€lschte Browser-Updates. Diese Malware dient oft als Erstzugang fĂŒr Ransomware-Gruppen. Im Zuge der Operation wurden knapp 15.000 kompromittierte WordPress-Websites bereinigt. Betroffen waren die öffentliche Verwaltung, Bildungseinrichtungen, KrankenhĂ€user und Banken.

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KI und US-Gesetze als scharfe Waffen

Bei der Analyse der komplexen Malware-Strukturen setzten die Ermittler auf KI-gestĂŒtzte Codeanalysen. Bösartige Muster konnten so innerhalb weniger Minuten identifiziert werden, was die gesamte Operation beschleunigte.

In den USA kam das RICO-Gesetz zum Einsatz – ein mĂ€chtiges Instrument gegen organisierte KriminalitĂ€t. Neben deutschen und US-Behörden waren auch Ermittler aus den Niederlanden, DĂ€nemark, Großbritannien und Kanada beteiligt. UnterstĂŒtzung kam von Sicherheitsfirmen wie ESET, Proofpoint und IBM X-Force sowie dem BSI.

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Millionen Daten und Millionenwerte sichergestellt

Die Bilanz der Operation ist beeindruckend: 27 Millionen Zugangsdaten wurden sichergestellt, die von rund 385.000 Opfern gestohlen worden waren. Diese Daten dienen nun der forensischen Analyse und der Benachrichtigung Betroffener.

Zudem froren die Behörden Kryptovermögen im Wert von rund 41 Millionen Euro ein. Die Ermittlungen laufen weiter – die Operation Endgame begann bereits im Mai 2024.

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