IWH, Netto-TariflohnzuwÀchse

IWH: Keine realen Netto-TariflohnzuwĂ€chse im Öffentlichen Dienst

08.04.2025 - 13:33:17 | dts-nachrichtenagentur.de

Das Leibniz-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle geht davon aus, dass steigende Sozialabgaben und Inflation das vereinbarte Gehaltsplus der BeschĂ€ftigten bei Bund und Kommunen wieder auffressen werden.

MĂŒllabfuhr (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das geht aus dem "Tarif-Check" des Instituts hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Die BeschÀftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhalten laut Tarifeinigung ab April 2025 eine regulÀre Lohnerhöhung in Höhe von 3,0 Prozent. Diese wird in den unteren Entgeltgruppen auf mindestens 110 Euro angehoben, die dadurch prozentual stÀrker profitieren.

Im Mai 2026 steigt der Tariflohn dann nochmals fĂŒr alle um 2,8 Prozent, und die Jahressonderzahlung wird in AbhĂ€ngigkeit von der Entgeltgruppe erhöht. Zu Beginn des Jahres 2025 gab es allerdings einen deutlichen Anstieg der Sozialabgaben. So wurden flĂ€chendeckend die ZusatzbeitrĂ€ge zur gesetzlichen Krankenversicherung krĂ€ftig erhöht, und auch der Beitragssatz zur Pflegeversicherung stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Zwar gibt es im Jahr 2025 wie ĂŒblich die Erhöhung der Eckwerte des Einkommensteuertarifs, die die nominalen Lohneinkommen entlasten, jedoch steigen die SozialversicherungsbeitrĂ€ge stĂ€rker. Insgesamt ist damit der Anstieg der Nettolöhne gegenĂŒber den Bruttolöhnen deutlich verringert. Die Inflation, die sich im Jahr 2024 wieder weitestgehend normalisiert hatte, dĂŒrfte im Jahr 2025 bei 2,3 Prozent liegen und im kommenden Jahr nur unwesentlich geringer sein. Damit steigen die Bruttolöhne im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen zwar deutlich stĂ€rker als die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum. Rechnet man jedoch die Belastungen durch die gestiegenen Sozialabgaben hinzu, bleibt davon nichts ĂŒbrig. Werden am Beispiel des kommunalen BeschĂ€ftigten im mittleren Dienst alle Teilkomponenten berĂŒcksichtigt, so verringert sich laut IWH per saldo sogar der reale Netto-Tarif-verdienst im Jahr 2025 um 0,4 Prozent und darauffolgend um 0,1 Prozent, nachdem es bereits im Jahr 2024 zu einem leichten RĂŒckgang gekommen war.

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