Ifo, Asylsuchende

Ifo: Asylsuchende stÀrker nach offenen Stellen verteilen

07.02.2025 - 11:35:12 | dpa.de

Das MĂŒnchner Ifo-Institut schlĂ€gt vor, die Verteilung von Asylsuchenden auf BundeslĂ€nder und Landkreise stĂ€rker davon abhĂ€ngig zu machen, wie viele offene Stellen es dort gibt.

Dadurch wĂŒrde die Integration erleichtert, sagt Ifo-Experte Panu Poutvaara. Es spiele dafĂŒr eine wichtige Rolle, ob die Asylsuchenden einen Job finden - und dabei komme es auch auf die Lage am lokalen Arbeitsmarkt an.

"Wenn die Arbeitslosenquote im Landkreis der Erstunterbringung um einen Prozentpunkt höher ist, fĂŒhrt dies zu einer um fĂŒnf Prozentpunkte geringeren Wahrscheinlichkeit, dass Asylsuchende mittelfristig eine BeschĂ€ftigung aufnehmen", sagt Poutvaara. Dadurch sei die Erstunterbringung "entscheidend fĂŒr eine erfolgreiche Integration". Doch die Entscheidung ĂŒber den Unterbringungsort nach der Ankunft in Deutschland gleiche "einem Lotterieverfahren, das potenziell schĂ€dlich fĂŒr den Integrationserfolg ist", kritisiert er und betont: "Eine gescheiterte Integration fĂŒhrt dabei zu hohen Folgekosten." Oder andersherum: "Es ist besser fĂŒr die GeflĂŒchteten und fĂŒr Deutschland, wenn sie einen Job finden und sich gut integrieren."

Bislang werden Asylsuchende in Deutschland nach dem Königsteiner SchlĂŒssel auf die BundeslĂ€nder verteilt, wie Poutvaara erklĂ€rt. Dieser berĂŒcksichtigt Steuereinkommen und Bevölkerungszahl. Die LĂ€nder selbst verteilten dann in der Regel proportional zur vorhandenen Bevölkerung in die Landkreise weiter. Der Wirtschaftsforscher, der am Ifo das Zentrum fĂŒr Migration und Entwicklungsökonomik leitet, schlĂ€gt nun vor, sowohl auf LĂ€nder- als auch auf Landkreisebene die offenen Stellen als weiteren Faktor einzubeziehen.

Politischer Gegenwind zu erwarten

Politisch ist bei diesem Vorschlag allerdings Gegenwind erwartbar. Er wĂŒrde voraussichtlich bedeuten, dass LĂ€nder mit einer besseren Lage auf dem Arbeitsmarkt einen höheren Anteil der Asylsuchenden aufnehmen mĂŒssten.

Als weiteren Aspekt, der fĂŒr den Integrationserfolg wichtig ist, machte Poutvaara den rechtsextremen WĂ€hleranteil im Landkreis aus. Jeder Prozentpunkt, um den dieser höher sei, gehe mit einer um drei Punkte sinkenden Wahrscheinlichkeit einher, dass Asylsuchende einen Job finden oder eine Ausbildung machen. Diesen Faktor sollte man aber nicht in die Verteilung einfließen lassen, warnt er. Sonst könnten Menschen, die FlĂŒchtlingen kritisch gegenĂŒberstehen, dadurch motiviert werden, rechtsextrem zu wĂ€hlen.

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