Ăffentliches Finanzierungsdefizit steigt weiter an
04.04.2025 - 08:57:21 | dts-nachrichtenagentur.deSeit 2021 hatte der Bund mit Abstand den gröĂten Anteil am Gesamtdefizit. 2024 bestanden aber auch bei den LĂ€ndern, den Gemeinden und der Sozialversicherung erhebliche Defizite, die zusammengenommen die FinanzierungslĂŒcke des Bundes noch ĂŒbertrafen. WĂ€hrend im Jahr 2024 die Einnahmen beim Bund (+8,1 Prozent auf 569,0 Milliarden Euro) im Vorjahresvergleich stĂ€rker wuchsen als die Ausgaben (+1,0 Prozent auf 620,0 Milliarden Euro), war die Entwicklung bei den LĂ€ndern und Kommunen umgekehrt: So stiegen die Einnahmen der LĂ€nder um 2,8 Prozent auf 544,1 Milliarden Euro, die Ausgaben jedoch um 6,2 Prozent auf 562,4 Milliarden Euro. Noch deutlicher ging die Entwicklung bei den Gemeinden und GemeindeverbĂ€nden auseinander. Hier erhöhten sich die Einnahmen um 7,6 Prozent auf 376,1 Milliarden Euro, wĂ€hrend die Ausgaben um 12,6 Prozent auf 400,9 Milliarden Euro zunahmen. Vergleichsweise ausgeglichen waren dagegen die Wachstumsraten bei der Sozialversicherung. Die Einnahmen stiegen um 5,3 Prozent auf 864,1 Milliarden Euro, wohingegen die Ausgaben um 6,9 Prozent auf 874,6 Milliarden Euro gestiegen sind. Zwar wuchsen alle maĂgeblichen Einnahmearten stabil, so etwa die Einnahmen aus Steuern, steuerĂ€hnlichen Abgaben und Beitragseinnahmen der Sozialversicherung, die um 4,6 Prozent auf 1.656,7 Milliarden Euro stiegen und die Haupteinnahmequelle des öffentlichen Gesamthaushalts bilden. Die gestiegenen Gesamteinnahmen konnten die erstmals auf zwei Billionen Euro gewachsenen Ausgaben aber bei Weitem nicht decken. Die vor allem bei den Gemeinden und GemeindeverbĂ€nden festzustellenden höheren Sozialausgaben sind auch beim Bund zu beobachten, der viele dieser Leistungen in Form von Zuweisungen an die LĂ€nder mitfinanziert, so die Statistiker. Diese Zuweisungen stiegen 2024 gegenĂŒber 2023 um 3,3 Milliarden Euro (darunter rund 1,0 Milliarden Euro fĂŒr Kosten fĂŒr Unterkunft und Heizung sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) und die Ausgaben an BĂŒrger um 3,9 Milliarden Euro, wovon allein das BĂŒrgergeld 3,3 Milliarden Euro ausmachte. Insgesamt jedoch gingen die Zuweisungen des Bundes an Unternehmen und Privathaushalte um 7,9 Prozent zurĂŒck, nachdem die wĂ€hrend der Energiekrise gewĂ€hrten Hilfen ("Energiepreisbremsen") Ende MĂ€rz 2024 ausgelaufen sind. Beim Bund ist auĂerdem ein starker Anstieg der laufenden Sachausgaben aus militĂ€rischen Beschaffungen zu verzeichnen: Diese gingen fĂŒr den Kernhaushalt zwar zurĂŒck auf 14,7 Milliarden Euro (2023: 17,0 Milliarden Euro), stiegen jedoch beim Sondervermögen Bundeswehr (2024: 16,9 Milliarden Euro, 2023: 5,6 Milliarden Euro). Das Finanzierungsdefizit der Gemeinden und GemeindeverbĂ€nde wuchs im Jahr 2024 erheblich auf 24,8 Milliarden Euro, nach einem Defizit von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2023. Beim Bund ist dagegen mit einem Defizit von 50,9 Milliarden Euro im Jahr 2024 ein rĂŒcklĂ€ufiger Trend erkennbar. Nach den Corona-Jahren mit einem Rekorddefizit von 145,1 Milliarden Euro im Jahr 2022 war das Defizit des Bundes bereits 2023 auf 87,6 Milliarden Euro gesunken. Hinter dem Finanzierungsdefizit der LĂ€nder von insgesamt 18,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 verbergen sich unterschiedliche finanzielle Lagen der einzelnen LĂ€nder: Mit einem Ăberschuss schlossen jedoch nur Niedersachsen, Sachsen und Rheinland-Pfalz ab. Ebenso wurde das Defizit der Sozialversicherung von 10,5 Milliarden Euro nicht von allen Versicherungszweigen verursacht: WĂ€hrend Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung das Jahr 2024 positiv abschlossen, waren die Pflegeversicherung (1,5 Milliarden Euro), die Rentenversicherung (1,4 Milliarden Euro) und insbesondere die Krankenversicherung (9,2 Milliarden Euro) defizitĂ€r.
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