Scheinselbständigkeit für die Rentenkassen ein zunehmendes Problem

06.02.2020 - 14:15:48 | ad-hoc-news.de

Das Prüfungsverfahren auf Scheinselbständigkeit verursacht bei den Rententrägern hohe Kosten.

Rentenversicherung - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Im Jahr 2018 mussten die Rentenkassen 17,16 Millionen Euro aufwenden, um das sogenannte Statusfeststellungsverfahren bei dem Verdacht auf Scheinselbständigkeit durchzuführen. Damit stiegen die Ausgaben der Rententräger im Vergleich um Jahr 2010 um 7,02 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr sanken die aufgewendeten Mittel auf 16,02 Millionen Euro. Diese Zahlen gab das Arbeitsministerium als Antwort auf die Anfrage des FDP-Sozialexperten, Johannes Vogel, heute bekannt. Die Beauftragung von selbständigen Subunternehmern ist für Betriebe aufgrund der steuerlichen Vorteile attraktiv. Für Selbständige gilt eine Befreiung von der Verpflichtung zur Zahlung von Sozialversicherungsabgaben. Allerdings gibt es eindeutig gesetzliche Regelungen, die Selbständigkeit definieren. Dazu gehören, dass der selbständig Tätige im Wesentlichen seine Arbeit selbst gestalten kann und nicht weisungsgebunden ist. Darüber hinaus ist die freie Einteilung der Arbeitszeit ein entscheidendes Kriterium zur Beurteilung von Selbständigkeit. In Verdachtsfällen auf Verstöße gegen diese Regelungen kann der Rententräger ein Verfahren zu Überprüfung einleiten. Wird eine Scheinselbständigkeit festgestellt, muss das Unternehmen, für das der Betreffende tätig war, eine Nachzahlung der Sozialbeiträge an die Rentenkassen leisten. Diese Verfahren sind zeitaufwendig und kostenintensiv, kritisierte der FDP-Sozialpolitiker Vogel das gegenwärtige Verfahren gegenüber dem „Nachrichtennetzwerk Deutschland“. Das Bundesarbeitsministerium ist derzeit dabei, einen Gesetzentwurf zu formulieren, der diese Kritik aufgreift und eine Vereinfachung des Statusfeststellungsverfahrens anstrebt. Derzeit ist die Beweislast bei dem Verfahren umgedreht. Der Rententräger muss das Nicht-Existieren eines Arbeitsverhältnisses feststellen, statt anhand klarer Richtlinien den Einzelfall auf Kriterien der Scheinselbständigkeit zu prüfen, ergänzte der FDP-Politiker seine Stellungnahme. Der Arbeitsminister, Hubertus Heil (SPD), habe in seiner Antwort auf die Anfrage auch zugeben müssen, dass das Verfahren den Rentenkassen hohe Kosten verursache. Dabei seien die Kosten der Rententräger nur die staatliche Perspektive auf das Problem. Die Statusfeststellung verursache auch auf der Seite der Überprüften, also der Unternehmen und der Selbständigen, durch die Intransparenz des Verfahrens hohe Kosten. Für diese Kosten gäbe es allerdings höchstens Schätzungen, so Vogel gegenüber dem „Nachrichtennetzwerk“. Dies müsse sich baldmöglichst ändern. Das Verfahren muss in Zukunft praxisnah und schnell durchgeführt werden und klare Kriterien einer Scheinselbständigkeit formulieren, schloss der FDP-Politiker.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 59799315 |

Weitere Meldungen

Merz will Entlastungsprämie auch 2027 gelten lassen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will den Arbeitgebern nun offenbar ein Jahr mehr Zeit geben, die geplante "Entlastungsprämie" in Höhe von 1.000 Euro ihren Arbeitnehmern steuer- und abgabenfrei zukommen zu lassen."Die 1.000 Euro sind ein Angebot an Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dieses Angebot soll für das Jahr 2026 und auch für das Jahr 2027 gelten", sagte Merz am Donnerstag am Rande des Besuchs des irischen Regierungschefs. (Politik, 16.04.2026 - 20:56) weiterlesen...

Wer bekommt die 1.000-Euro-Prämie? Wer wird die von der Regierung angekündigte Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro bekommen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - und die Reaktionen aus der Wirtschaft lassen nicht darauf hoffen, dass sich allzu viele freuen können. (Boerse, 16.04.2026 - 20:31) weiterlesen...

Merz verteidigt steuerfreie 1.000-Euro-Prämie Bundeskanzler Friedrich Merz hat die geplante Steuerfreiheit von Prämien bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte gegen Proteste aus der Wirtschaft verteidigt. (Boerse, 16.04.2026 - 16:18) weiterlesen...

Reiche will Industriestrompreis bürokratiearm umsetzen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat am Donnerstag angekündigt, dass der zuvor von der EU-Kommission genehmigte deutsche Industriestrompreis unbürokratisch umgesetzt werden soll. (Wirtschaft, 16.04.2026 - 15:01) weiterlesen...

DGB dringt auf schnelle Klarheit beim neuen Heizungsgesetz Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert die Verzögerungen beim Gebäudemodernisierungsgesetz, der Nachfolge des sogenannten Heizungsgesetzes. (Politik, 16.04.2026 - 13:35) weiterlesen...

Bundesregierung einigt sich bei Industriestrompreis Die Bundesregierung hat sich auf die Details zur Einführung des Industriestrompreises geeinigt. (Politik, 16.04.2026 - 11:34) weiterlesen...