Datenleck, AzureEntra

Datenleck Azure/ Entra: 1,7 Mio. McDonald's-Daten bei Hacker zum Verkauf

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle bieten gestohlene Microsoft-Cloud-Zugänge an. Betroffen sind McDonald's, TCS und Vodafone. Experten warnen vor Phishing-Wellen.

Massives Azure-Datenleck: Hacker verkaufen Zugangsdaten von Großkonzernen
Ein Cybersecurity-Experte arbeitet in einem modern beleuchteten Serverraum an der Analyse von Netzwerksicherheitsdaten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein massives Datenleck bei Cloud-Diensten sorgt derzeit für erhebliche Sicherheitsbedenken in der internationalen Wirtschaft. Berichten zufolge bietet ein Akteur unter dem Pseudonym „TheHatman“ auf einschlägigen Plattformen sensible Zugangsdaten für Microsoft Azure und Entra ID zum Verkauf an.

Betroffen sind zahlreiche Fortune-500-Unternehmen sowie weltweit agierende IT-Dienstleister, was die Tragweite des Vorfalls über einzelne Firmen hinaus vergrößert.

Umfangreiche Datensätze namhafter Unternehmen im Angebot

Die Liste der kompromittierten Unternehmen umfasst prominente Namen aus verschiedenen Branchen. Den vorliegenden Informationen zufolge stehen Datensätze in unterschiedlicher Größenordnung zum Verkauf. Der Fast-Food-Konzern McDonald’s ist mit rund 1,7 Millionen Datensätzen am stärksten betroffen.

Auch große IT-Service-Provider und Beratungsunternehmen befinden sich im Visier: Für Tata Consultancy Services (TCS) werden 800.000 Datensätze gelistet, für HCL 250.000 und für den Infrastrukturdienstleister Kyndryl 170.000 Datensätze.

Darüber hinaus sind weitere internationale Konzerne betroffen. Für den Telekommunikationsanbieter Vodafone werden 425.000 Datensätze angeboten. Im Hotel- und Gastgewerbe verzeichnen die InterContinental Hotels Group (IHG) 185.000 sowie Wyndham 9.000 kompromittierte Datensätze. Auch der Einzelhandelsriese Gap mit 80.000 und der IT-Dienstleister Hexaware mit 20.000 Datensätzen sind Teil des Lecks.

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Ursache Infostealer-Kampagnen und kritische Account-Typen

Hinter dem Diebstahl der Informationen steht nach aktuellen Erkenntnissen eine großangelegte Kampagne mit sogenannter Infostealer-Software. Diese Schadprogramme zielen darauf ab, Anmeldedaten direkt von den Endgeräten der Nutzer abzugreifen. Die gestohlenen Informationen sind dabei hochsensibel: Sie enthalten nicht nur Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern, sondern auch Zugangsdaten für Service-Accounts und Global Admins.

Besonders der Zugriff auf Global-Admin-Konten stellt ein extremes Sicherheitsrisiko dar, da diese Konten über umfassende Berechtigungen innerhalb der Cloud-Umgebungen eines Unternehmens verfügen. Damit können Angreifer potenziell die gesamte IT-Infrastruktur kontrollieren, Sicherheitsrichtlinien umgehen oder weitere Hintertüren für zukünftige Zugriffe installieren.

Experten warnen vor Phishing und Business Email Compromise

Sicherheitsexperten des Unternehmens Hudson Rock äußerten sich besorgt über die möglichen Folgen dieses Lecks. Sie warnten insbesondere vor einem drastisch erhöhten Risiko für Phishing-Angriffe. Da die Daten detaillierte Kontaktinformationen und interne Bezeichnungen enthalten, können Angreifer sehr glaubwürdige Täuschungsmanöver durchführen, um weitere Zugangsdaten oder finanzielle Transaktionen zu erzwingen.

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Ein weiteres zentrales Risiko besteht in sogenannten Business Email Compromise (BEC)-Angriffen. Hierbei übernehmen Angreifer legitime geschäftliche E-Mail-Konten, um beispielsweise betrügerische Rechnungen zu versenden oder sensible Firmendaten abzuziehen.

Da die nun zum Verkauf stehenden Daten auch Zugänge zu zentralen Identitätsdiensten wie Microsoft Entra ID (früher Azure AD) umfassen, ist die Gefahr einer lateralen Bewegung der Angreifer innerhalb der Unternehmensnetzwerke besonders hoch.

Für die betroffenen Unternehmen bedeutet dieser Vorfall eine dringende Überprüfung ihrer Identitäts- und Zugriffsmanagement-Strategien. Experten raten in solchen Fällen generell zur Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und einer verstärkten Überwachung von privilegierten Konten, um unbefugte Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.

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