Datenleck, Liechtenstein

Datenleck Liechtenstein: 31.000 Finanzregister-EintrÀge entwendet

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 04:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Unbekannte TÀter kopierten sensible Daten aus dem liechtensteinischen Transparenzregister. Rund 31.000 RechtstrÀger sind von dem Cybervorfall betroffen.

Cyberangriff auf Liechtensteins Transparenzregister: 31.000 DatensÀtze kopiert
Ein dunkler Serverraum mit leuchtenden Datenkabeln und Server-Racks, der die Thematik eines Cyberangriffs visualisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Unbekannte haben sich Zugang zum Wirtschaftsregister Liechtensteins verschafft. Betroffen sind rund 31.000 RechtstrÀger.

Datenkopien aus Transparenzregister entwendet

In der Nacht auf den 30. Juli drangen Angreifer in das „Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen" (VwbP) ein. Das Register zeigt, wer hinter Stiftungen, Gesellschaften und TreuhĂ€nderschaften im FĂŒrstentum steht. Die TĂ€ter fertigten Kopien der sensiblen Daten an.

Liechtenstein gilt als verschwiegener Finanzplatz, muss aber internationale Transparenzrichtlinien erfĂŒllen. Das Register basiert auf einem Gesetz von 2021 und setzt EU-GeldwĂ€schereirichtlinien um.

Was gestohlen wurde

Die kopierten DatensÀtze enthalten Namen, Geburtsdaten und Staatsangehörigkeiten der wirtschaftlich Berechtigten. Wohnadressen sind nach aktuellen Erkenntnissen nicht betroffen.

Die Dimension ist beachtlich: Rund 31.000 EntitĂ€ten sind betroffen – das FĂŒrstentum hat gerade einmal etwa 41.000 Einwohner. Ein Vergleich zeigt die Wucht des Vorfalls: Auf jeden Einwohner kommt rechnerisch fast ein betroffener Datensatz.

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Krisenstab tagt, System vom Netz

Regierungschefin Brigitte Haas und Regierungsrat Emanuel SchĂ€dler informierten am Sonntag in Vaduz ĂŒber den Vorfall. Bereits am Abend des 1. August tagte ein Krisenstab. Das betroffene System wurde umgehend vom Netz genommen.

Bislang gibt es keine Hinweise auf verĂ€nderte oder gelöschte Daten. Auch eine Veröffentlichung im Darknet blieb aus – ebenso wie Lösegeldforderungen. Die Behörden informieren betroffene Personen und haben eine E-Mail-Anlaufstelle eingerichtet.

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Was der Angriff fĂŒr den Finanzplatz bedeutet

Der Vorfall trifft Liechtenstein in einer heiklen Phase. Digitale Sicherheit und Compliance sind entscheidend fĂŒr den Marktzugang in Europa. Ob der Datendiebstahl das Vertrauen in die Treuhand- und Stiftungsbranche erschĂŒttert, bleibt abzuwarten.

Die Ermittlungen zu TĂ€terschaft und Vorgehensweise laufen. Klar ist: Ein derart massiver Zugriff auf das HerzstĂŒck der liechtensteinischen Finanztransparenz dĂŒrfte weitreichende Folgen haben – fĂŒr die Betroffenen wie fĂŒr den Ruf des Finanzplatzes.

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