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Datenschutz: FTC verklagt Telemedizin-Anbieter Hims & Hers wegen Datenlecks

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 01:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Behörde wirft Telemedizinanbieter unbefugte Weitergabe von Gesundheitsdaten vor. Aktie bricht nach Klageeinreichung massiv ein.

FTC verklagt Hims & Hers: Datenschutzverstöße und Abrechnungsbetrug
Ein Smartphone mit einer medizinischen App vor einem verschwommenen Bürohintergrund als Symbol für Datenschutz im Gesundheitswesen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Handelsbehörde FTC verklagt den Telemedizin-Anbieter Hims & Hers gemeinsam mit Utah und Kalifornien. Die Vorwürfe: unbefugte Weitergabe sensibler Gesundheitsdaten an Werbeplattformen und irreführende Abrechnungspraktiken.

Die Klage wurde am 29. Juli beim US District Court for the Northern District of California eingereicht. Neben der FTC treten der Bundesstaat Utah sowie Los Angeles County als Kläger auf. Das Unternehmen mit rund 2,6 Millionen Abonnenten soll die Privatsphäre seiner Kunden systematisch verletzt haben.

Datenleck zu Meta und Snap

Im Zentrum steht der Einsatz von Tracking-Technologien und Pixel-Codes auf den Plattformen von Hims & Hers. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, sensible Gesundheitsdaten – etwa Diagnosen zu Erektionsstörungen oder Haarausfall – ohne Zustimmung an Drittplattformen wie Meta und Snap übermittelt zu haben.

Konkret sollen Kundenlisten hochgeladen und Tracking-Pixel eingesetzt worden sein, um gezielte Werbung auszuspielen. Die Kläger sehen darin einen Verstoß gegen den FTC Act. Branchenbeobachter verweisen auf ähnliche Verfahren gegen GoodRx oder BetterHelp, die 2023 mit Millionenzahlungen endeten.

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Abrechnung ohne Behandlung

Ein weiterer Vorwurf betrifft die Abonnement-Praktiken. Die FTC wirft Hims & Hers vor, Kunden abkassiert zu haben, bevor überhaupt eine ärztliche Konsultation stattfand. In einem Fall soll eine Rechnung über 897 Dollar ohne finale Einwilligung des Patienten für ein Rezept erhoben worden sein.

Zudem soll der Kündigungsprozess bewusst erschwert worden sein. Die Behörden sehen darin einen Verstoß gegen den Restore Online Shoppers' Confidence Act (ROSCA), der Verbraucher vor versteckten Kosten schützt.

Aktie stürzt ab

Die Klage löste einen massiven Kurssturz aus. Die Aktie verzeichnete zeitweise einen Rückgang von über 15 Prozent – der größte Intraday-Verlust seit Mitte Mai. Am Ende des Handelstages notierte das Papier mit einem Minus von rund 12 Prozent.

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Die FTC-Untersuchung gegen den Telemedizin-Riesen lief bereits seit Oktober 2023. Hims & Hers hatte offenbar vorgesorgt: Im Mai wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Rückstellung von 15 Millionen Dollar für juristische Auseinandersetzungen gebildet hatte.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme entschieden zurück. Die Klage sei unbegründet, man verweise auf die bestehenden Datenschutzerklärungen. Hims & Hers kündigte an, sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr zu setzen.

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