DATEV-Plattform, E-Rechnung

DATEV-Plattform: Ab Juli 2026 kostet jede E-Rechnung 0,50 Euro

15.06.2026 - 00:48:10 | boerse-global.de

Ab 2027 gilt die E-Rechnungspflicht für viele Firmen. DATEV-Schnittstellen und KI-Lösungen sollen die Umstellung erleichtern.

DATEV-Integration und E-Rechnungspflicht: Unternehmen unter Druck
DATEV-Plattform - Ein stilisiertes digitales Netzwerk verbindet Laptop und Tablet, symbolisiert den Datenaustausch und die DATEV-Kompatibilität in der Finanzbuchhaltung. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während viele Anbieter mit Kompatibilität werben, unterscheiden sich die technischen Lösungen erheblich. Besonders die kommende E-Rechnungspflicht setzt Unternehmen unter Druck.

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Drei Wege zur DATEV-Integration

Die Anbindung von Drittsoftware an DATEV läuft über drei verschiedene Wege. Der CSV-Export ist die einfachste Lösung: Buchungsdaten werden manuell übertragen, Belege lassen sich nicht anhängen. Fortschrittlicher ist die API-basierte Lösung DATEVconnect online. Die umfassendste Integration bietet der Buchungsdatenservice – hier übermitteln Unternehmen Belegbilder und Buchungssätze in einem Vorgang.

Anbieter wie WISO MeinBüro setzen auf diese Schnittstellen und bedienen damit unterschiedliche Marktsegmente. Die Preise richten sich oft nach dem Umsatzvolumen: von günstigen Einstiegspaketen für Kleingewerbetreibende bis zu Modulen für unlimitierte Umsätze. Die Systeme integrieren neben der DATEV-Schnittstelle meist auch ELSTER und unterstützen Standardkontenrahmen wie SKR03 oder SKR04.

E-Rechnungspflicht ab 2027: Wer zahlen muss

Ab Januar 2027 greift die E-Rechnungspflicht für Betriebe mit mehr als 800.000 Euro Umsatz im Vorjahr. Die DATEV E-Rechnungsplattform soll dabei als zentraler Knotenpunkt dienen.

Bis zum 30. Juni 2026 bleibt die Plattform kostenfrei. Danach wird es teurer: Ab Juli 2026 verlangt DATEV 0,50 Euro pro ausgehender Rechnung, wenn diese über ein Drittanbieter-Postfach versendet wird. Experten raten, den richtigen Integrationsweg frühzeitig zu wählen – nur so lassen sich die GoBD-Anforderungen dauerhaft erfüllen.

KI beschleunigt Buchhaltung massiv

Ein Webcast am 16. Juni 2026 zeigt, wohin die Reise geht: SEEBURGER und TCG Process präsentieren eine KI-gestützte Kontierung für SAP-Systeme. Vortrainierte Large Language Models (LLM) in einer On-Premise-Umgebung sollen Durchlaufzeiten bei Eingangsrechnungen um bis zu 80 Prozent reduzieren. Im Fokus stehen dabei die Erkennung von KI-Fehlern und die Einhaltung von Sicherheitsstandards.

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Parallel dazu gewinnt die NIS-2-Richtlinie an Bedeutung. Fachveranstaltungen am 18. Juni 2026 widmen sich den praktischen Umsetzungspflichten für KMU – besonders beim IT-Risikomanagement und den Meldepflichten beim KI-Einsatz.

Doppelte Buchführung: Vietnam geht gegen Betrug vor

Die vietnamesische Steuerbehörde hat am 13. Juni 2026 neue Richtlinien gegen doppelte Buchhaltungssysteme erlassen. Der stellvertretende Behördenleiter Le Long warnte vor systematischen Versuchen, Einnahmen durch parallele Systeme zu verschleiern. Das gilt als schwerer Gesetzesverstoß und kann strafrechtliche Konsequenzen haben.

Auch in Deutschland zeigen sich die Folgen von Unregelmäßigkeiten: Das Finanzamt Frankfurt verlor bereits im Februar 2026 die Zuständigkeit für den DFB. Ein Gerichtsurteil hatte die bisherige Verwaltungspraxis kritisiert. Die Zuständigkeit wechselte nach Bad Homburg, die Prüfung der Gemeinnützigkeit für frühere Zeiträume wurde wieder aufgenommen. Die Botschaft ist klar: Eine lückenlose und gesetzeskonforme Dokumentation wird branchenübergreifend zur Pflicht.

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