Demenzprävention, Freizeitaktivität

Demenzprävention: Freizeitaktivität senkt Risiko um 24 Prozent

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordic Walking, Krafttraining und Alltagsaktivität prägen die Vorsorge. Studien verknüpfen Bewegung mit geringerem Demenzrisiko und besserer Fitness.

Bewegung im Alter: Studien zeigen Nutzen für Demenz und Gesundheit
Ein malerischer Weg entlang eines Flussufers in einer natürlichen Umgebung, der zu Bewegung und körperlicher Aktivität einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Gezielte Bewegungsprogramme und körperliche Aktivität gewinnen in der Gesundheitsvorsorge für alle Altersgruppen zunehmend an Bedeutung. Dabei reichen die Ansätze von niedrigschwelligen Ausdauersportarten und kommunalen Bewegungskonzepten bis hin zu klinisch begleiteten Präventionsinitiativen.

Ganzkörpertraining und lokale Bewegungsangebote

Als besonders gelenkschonende und effektive Form der Ausdauerförderung gilt Nordic Walking. In der im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlten achten Folge der 14. Staffel der Sendereihe Tele-Gym stellte der Deutsche Skiverband gemeinsam mit Peter Schlickenrieder und den DSV E.ON-Bayern-Nordic-Walking-Zentren ein entsprechendes Trainingsprogramm vor. Den Angaben zufolge werden bei dieser Sportart rund 90 Prozent aller Muskeln beansprucht, was Beine, Gesäß, Bauch, Arme und Rücken stärkt.

Regionale Sportvereine greifen diese Konzepte auf: Der VfL Traben-Trarbach organisiert dienstags um 18:00 Uhr einen etwa 90-minütigen Nordic-Walking-Treff über eine Distanz von 6 bis 7 Kilometern mit Terminen am 22. September am Moselufer in Trarbach sowie am 29. September an der Turnhalle des Schulzentrums in Traben.

Betriebliche und kommunale Vorsorgestrukturen

In der betrieblichen Prävention setzt die Deutsche Rentenversicherung auf das modulare Programm RV Fit, das auf Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung ausgerichtet ist. Das 1997 eröffnete Reha-Zentrum Oldenburg führt im Rahmen dieses Angebots unter anderem Gerätetraining und Nordic Walking durch und betreut rund 70 RV-Fit-Gruppen.

Auch die öffentliche Hand erweitert ihre Angebote: Die bayerische Staatsregierung richtete mit dem Präventionspool eine Online-Plattform ein. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach bezeichnete das Angebot als zentrale, nicht gewinnorientierte Anlaufstelle für lokale Maßnahmen von Bewegung bis Suchtprävention.

In Dresden wiederum nahmen vom 10. August bis zum 3. September 2026 rund 5.000 Menschen, darunter 550 Kinder, an der kostenlosen Sportaktion Fit im Park mit 78 Kursen teil; mehr als 90 Prozent zeigten sich sehr zufrieden.

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In Wolfenbüttel startete am 15. September 2026 das bis 2028 laufende Modellvorhaben Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, von KLUG und der Volkssolidarität, gefördert durch die Krankenkasse BARMER.

Handlungsbedarf besteht vor allem im Jugendbereich: Der BKK-Dachverband verwies in seinem Impulspapier darauf, dass mehr als 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig sind, und forderte Schulgesundheitsfachkräfte sowie einen Pakt Gesunde Schule. Dies wird vom Verband der Privaten Krankenversicherung unterstützt, während GMK-Chef Andreas Philippi einen Beginn der Maßnahmen in Kitas anmahnte.

Wissenschaftliche Befunde zur Demenz- und Organprävention

Die präventive Wirkung belegen mehrere Untersuchungen. Eine im Fachjournal Lancet Public Health publizierte Auswertung von 74 Studien mit 4.227.297 Teilnehmenden aus 30 Ländern und 64.009 Demenzfällen über einen Beobachtungszeitraum von im Median zehn Jahren zeigte, dass Freizeitaktivität das Demenzrisiko um 24 Prozent und Hausarbeit um 15 Prozent senkte.

Dagegen war berufliche körperliche Belastung mit einem Anstieg des Demenzrisikos um 20 Prozent und Pendeln um 10 Prozent verbunden. Das Erfüllen der WHO-Empfehlungen senkte das Risiko für Alzheimer um 35 Prozent und für vaskuläre Demenz um 38 Prozent.

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Bereits 2019 ergab eine in Nature Communications veröffentlichte Untersuchung von Daten von 248 Frauen und 301 Männern im Alter von 55 bis 85 Jahren aus der Jülicher 1.000-Gehirne-Studie und der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie, dass Sport und soziale Kontakte die graue Substanz schützen.

Eine Studie in Scientific Reports mit 21 jungen Erwachsenen (Median 21 Jahre) zeigte zudem, dass 20 Minuten Gehen bei moderatem Tempo die gastrointestinale Aktivität spürbar anregte: Der mediane akustische Schallindex stieg von 32,80 auf 66,56 Millivolt pro Minute.

Altersgerechte Trainingsroutinen

Für Erwachsene mittleren Alters empfiehlt Personaltrainerin Holly Fivian ein zehnminütiges Kraft- und Stabilisationstraining. Laut AOK verliert der Körper zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr etwa 8 Prozent seiner Muskelmasse, während regelmäßiges Krafttraining das Risiko eines Herz-Kreislauf-Todes laut Barmer um 30 Prozent senkt.

Für Personen ab 60 Jahren rät Personaltrainer Álvaro Puche von ausschließlichen Spaziergängen ab und empfiehlt dreimal pro Woche kurze Einheiten aus Stuhl-Kniebeugen, Liegestützen an der Arbeitsplatte, Rudern und Fersenheben. Fitnesstrainer Jarrob Nobbe schlägt für Menschen ab 65 Jahren spezifische Stehübungen zur Balanceförderung vor.

Um Hürden abzubauen, beteiligt sich der Betreiber Basic-Fit vom 23. bis 30. September an der Aktionswoche United let's move. Einer Umfrage zufolge trainieren zwar 59 Prozent der Deutschen meistens oder immer allein, 55 Prozent empfinden gemeinsames Training jedoch als motivierender.

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