AufsichtsrÀte, Dax

Weniger Frauen in Dax-AufsichtsrÀten

08.05.2026 - 04:00:08 | dpa.de

Der Anteil sinkt das zweite Jahr in Folge, und die Krise macht es nicht besser. AuffĂ€llig ist, dass Frauen derzeit sehr viel kĂŒrzer in den Kontrollgremien bleiben als MĂ€nner.

Katrin Suder ist eine von den wenigen weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden in Dax-Unternehmen. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
Katrin Suder ist eine von den wenigen weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden in Dax-Unternehmen. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa

Der Frauenanteil in AufsichtsrÀten der Dax-Unternehmen sinkt bei den AktionÀrsvertretern das zweite Jahr in Folge. Zwar geht es mit der aktuellen Runde der Hauptversammlungen nur um 0,1 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent nach unten, wie eine Auswertung der Personalberatung Russell Reynolds ergab. Bei den neu gewÀhlten Vertretern liegt der Anteil mit 32 Prozent aber so tief wie noch nie in diesem Jahrzehnt. 

Bis 2024 war der Anteil der Frauen 15 Jahre lang kontinuierlich gewachsen - von 7 bis auf mehr als 40 Prozent, nun geht es das zweite Jahr abwĂ€rts. Ein Grund dafĂŒr könnte sein, dass Frauen tendenziell kĂŒrzer in den Gremien bleiben. Betrachtet man, wie lange in den Gremien AufsichtsrĂ€te waren, die dieses Jahr ausschieden oder noch ausscheiden, sind es bei Frauen nur 5,4 Jahre, bei MĂ€nnern aber 9,5. 

«Das zweite Jahr in Folge gab es keinen Fortschritt auf dem vor kurzem noch sicher geglaubten Weg hin zur ParitĂ€t – und das gegen den europĂ€ischen Trend», sagt Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds. Zudem hinke auch die Besetzung zentraler Machtpositionen weiterhin deutlich hinterher. «Das ist in Summe keine gute Entwicklung». 

Vergangene Ungleichheit schafft neue

Ein Grund könnte in vergangener Ungleichheit liegen: Angesichts der unsicheren Zeiten wĂŒrden Kandidaten bevorzugt, die Vorstandsvorsitzende waren, sagt Pietralla. «Da in der Vergangenheit kaum Frauen an der Spitze von Dax-Unternehmen standen, ist der Pool an weiblichen Kandidaten mit dieser Erfahrung zwangslĂ€ufig viel kleiner, was Frauen benachteiligt.»

Zumindest an der Spitze der AufsichtsrĂ€te geht es aber etwas bergauf. Seit Sabrina Soussan vor wenigen Tagen bei Continental diese Position ĂŒbernommen hat, werden der Studie zufolge fĂŒnf der Gremien von Frauen gefĂŒhrt. Und wenn Amparo Moraleda im Oktober 2026 RenĂ© Obermann an der Spitze des Aufsichtsrats von Airbus ablöse, steigen der Anteil sogar auf 15 Prozent.

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