Deutlich mehr Falschgeld - QualitÀt nicht besser geworden
21.02.2025 - 10:23:23 | dpa.deDer Vater des SchĂŒlers wird schnell im Internet fĂŒndig: Spielgeld mit Aufdrucken wie "MovieMoney" oder "Prop copy" sind bei diversen Anbietern zu haben. Doch als das Kind bei einem spĂ€teren Klassenausflug einen der Scheine an einem Bahnhofskiosk zum Bezahlen nutzen will, wird das Schulprojekt zum Problem.
"Auch banknotenÀhnliche Drucksachen, die mit echtem Geld verwechselt werden können, sind illegal", mahnt Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. Seit Jahren haben als Spielgeld oder Filmrequisite angebotene Scheine auch bei Kriminellen Hochkonjunktur: GeldfÀlscher machen sich zunutze, dass diese Scheine echt aussehen - zumindest auf den ersten Blick.
In Deutschland sind fast ein FĂŒnftel (17 Prozent) aller sichergestellten BlĂŒten solche mit Aufschriften wie "MovieMoney" und "Prop copy" - vor allem 10- und 20-Euro-Scheine.
Falschgeldzahlen erneut sprunghaft gestiegen
Im vergangenen Jahr wurde hierzulande so viel Falschgeld sichergestellt wie seit 2017 nicht mehr: 72.413 gefĂ€lschte Banknoten zogen Polizei, Handel und Banken in Deutschland aus dem Verkehr. Das waren 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schon von 2022 auf 2023 hatte es einen Anstieg in dieser GröĂenordnung gegeben.
"Wir verzeichnen einen Anstieg der Falschgeldzahlen sowohl in Deutschland als auch im Euroraum", bilanziert Bundesbank-Vorstand Balz. "Das heiĂt aber nicht, dass die FĂ€lschungen besser geworden sind: Die meist primitiven FĂ€lschungen sind eindeutig als solche erkennbar."
In Europa insgesamt erhöhte sich die Zahl der sichergestellten Euro-BlĂŒten im Jahresvergleich um 18,6 Prozent auf 554.000 - auch hier ein Faktor: Spielgeld. Ende Oktober fing Europol bei einer koordinierten Polizeiaktion in 18 europĂ€ischen LĂ€ndern 174 Pakete mit Falschgeld ab, zumeist "Movie Money" - Nominalwert: 14 Millionen Euro.
FĂŒhlen - Sehen - Kippen: Falsche Euro-Scheine leicht zu erkennen
Weil im vergangenen Jahr weniger gefÀlschte 200- und 500-Euro-Scheine im Zahlungsverkehr landeten - etwa bei BetrugsgeschÀften mit teuren Uhren oder Autos - sank trotz der gestiegenen Falschgeldzahlen die Schadenssumme durch Falschgeld in Deutschland: von 5,1 Millionen Euro 2023 auf 4,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr.
"Wenn man sich die Jahre anschaut, sind die Falschgeldzahlen im Vergleich zu den Vorjahren auf höherem Niveau. Insgesamt sind die Zahlen aber nach wie vor moderat", ordnet Balz ein. Die Schadenssumme durch Falschgeld in Deutschland ist jedoch die vierthöchste der vergangenen 20 Jahre. In Europa erhöhte sich der Schaden durch Falschgeld im vergangenen Jahr sogar von 25 Millionen Euro auf 26,2 Millionen Euro.
Bundesbank sieht fĂŒr den Einzelnen geringes Risiko
Obwohl wieder mehr Falschgeld im Umlauf ist, sieht die Bundesbank ein vergleichsweise geringes Risiko, dass einem eine gefÀlschte Banknote untergejubelt wird: Im Jahr 2024 seien im Schnitt neun falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner in Deutschland entfallen, europaweit waren es 16 je 10.000 Einwohner.
Falschgeld wird nicht ersetzt. Wer es annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen. Die Bundesbank warnt eindringlich vor dem Versuch, die falschen Scheine jemand anderem anzudrehen, weil dies eine Straftat ist. Stattdessen sollten die BlĂŒten bei der Bundesbank oder Polizei abgegeben werden.
Vor allem falsche 50-Euro-Scheine
Am hĂ€ufigsten gefĂ€lscht werden Scheine, die im tĂ€glichen Gebrauch viel verwendet werden: 50- und 20-Euro-Banknoten. Der FĂŒnfziger war sowohl in Deutschland mit einem Anteil von 40 Prozent als auch in Europa insgesamt (43,3 Prozent) die am hĂ€ufigsten gefĂ€lschte Euro-Banknote. In Deutschland entfallen zwei Drittel aller Banknoten-FĂ€lschungen auf FĂŒnfziger und Zwanziger.
MĂŒnzfĂ€lschungen sind fĂŒr Kriminelle wegen des geringen Nennwerts eher unattraktiv. Dennoch tauchten in Deutschland im vergangenen Jahr auch reichlich falsche MĂŒnzen auf, ĂŒberwiegend Zwei-Euro-StĂŒcke. In Summe waren es 141.332 falsche MĂŒnzen im deutschen Zahlungsverkehr und damit gut ein FĂŒnftel (22 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.
Den Anstieg erklĂ€rt die Bundesbank damit, dass einige Unternehmen ĂŒber Jahre verdĂ€chtige MĂŒnzen gesammelt haben und diese dann 2024 gebĂŒndelt bei der Bundesbank einreichten.
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