Der Brenner Korridor MĂŒnchen-Verona: Die Zukunft liegt auf der Schiene
06.06.2024 - 14:02:04 | presseportal.deInternationale VertreterInnen aus dem Eisenbahnsektor sind am heutigen Donnerstag zur Vollversammlung der Brenner Corridor Platform im Hauptsitz der IHK-MĂŒnchen zusammengekommen, um die Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen zu beleuchten. Im Fokus standen infrastrukturelle und betriebliche Aspekte des Bahnverkehrs zwischen MĂŒnchen und Verona welche fĂŒr den zukĂŒnftigen Betrieb des Brenner Basistunnels samt der Zulaufstrecken von Bedeutung sind.
Nach einleitenden GruĂworten des Bayrischen Staatsministers fĂŒr Verkehr, Christian Bernreiter, und des IHK- HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrers, Dr. Manfred GöĂl, fĂŒhrte der EuropĂ€ische Koordinator, Pat Cox, als Vorsitzender der Brenner Corridor Platform, durch die Veranstaltung.
Der Ausbau der Schieneninfrastruktur schreitet zĂŒgig voran
Mit dem Ausbruch von ĂŒber 70% der gesamten Tunnelkilometer im Brenner Basistunnel, dem Beginn der Ausgrabungsarbeiten bei zentralen Baulosen der Zulaufstrecken im Norden und SĂŒden wurden die Fortschritte zum Neuausbau der zukĂŒnftigen Schieneninfrastruktur prĂ€sentiert. Die dringende Notwendigkeit dieser zusĂ€tzlichen SchienenkapazitĂ€t entlang des gesamten Brenner Korridors wurde durch das BCP-KapazitĂ€tsmodell unterstrichen. Eine vollstĂ€ndige KapazitĂ€tsauslastung ergibt sich demnach zum Zeithorizont 2030 auf den bis dahin zweigleisigen Bestandsstrecken zwischen MĂŒnchen/Trudering-Rosenheim und Waidbruck-Trento.
Vorreiterrolle des Brenner Korridors zur Umsetzung des einheitlichen europÀischen Eisenbahnraumes
Die Umsetzung eines vollstĂ€ndig- interoperablen Korridors stellt eine der erklĂ€rten Zielsetzungen der BCP dar. Heute notwendige Grenzaufenthalte von ZĂŒgen sollen durch die Harmonisierung der nationalen Regelwerke hinfĂ€llig werden. Die Erarbeitung einheitlicher Bremsvorschriften, der grenzĂŒberschreitende Einsatz von TriebfahrzeugfĂŒhrerInnen sowie die Vermeidung von Grenzkontrollen bei GĂŒterzĂŒgen sollen einen harmonisierten und nahtlosen Bahnbetrieb zwischen MĂŒnchen und Verona ermöglichen. Aus diesem Grund wurden unter der Mitwirkung der EuropĂ€ischen Kommission, der EuropĂ€ischen Eisenbahnbehörde sowie der BahnvertreterInnen der drei Mitgliedsstaaten in diversen BCP-Arbeitsgruppen konkrete Lösungen zu diesen und weiteren Themen erarbeitet. Letztere beschrĂ€nken sich nicht ausschlieĂlich auf den Brenner Korridor, sondern sollen dazu beitragen den von der Kommission angestrebten einheitlichen europĂ€ischen Eisenbahnraum zu realisieren.
Als Vorsitzender der Brenner Corridor Platform bedankte sich der EuropĂ€ische Koordinator, Pat Cox, bei den ĂŒber achtzig anwesenden FachexpertInnen: âMit groĂer Genugtuung stelle ich fest, dass sowohl aus infrastruktureller als auch aus betrieblicher Sicht konkrete und wichtige Fortschritte erzielt wurden, um sicherzustellen, dass der zukĂŒnftige Brenner Korridor bestmöglich betrieben werden kann. Dies auch Dank der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit der diversen Stakeholder innerhalb der BCP. Die erarbeiteten Lösungen sollen nun schnellstmöglich umgesetzt werden, damit der Brenner Korridor bereits heute zu einem Vorreiter bei der Umsetzung des einheitlichen europĂ€ischen Eisenbahnraumes wirdâ, so Cox.
In dieselbe Kerbe schlug der Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich auch die Bedeutung der Achse fĂŒr den Freistaat hervorhob: âDie Brenner-Achse ist fĂŒr Bayern eine der wichtigsten Fernverkehrsachsen, denn der Alpen-Transit ist maĂgeblich mit verantwortlich fĂŒr unser aller wirtschaftlichen Wohlstand. Wir dĂŒrfen daher nicht nur darĂŒber nachdenken, wie wir Verkehr verhindern. Wir mĂŒssen ihn besser organisieren und die Schiene stĂ€rken. Das gelingt uns nur durch eine gute Zusammenarbeit der EU, der LĂ€nder, Regionen und der Bahnen. Nur gemeinsam können nationale HĂŒrden abgebaut und funktionierende EuropĂ€ische Korridore entwickelt werden. Die Arbeit der Brenner Corridor Platform ist beispielgebend fĂŒr die Zusammenarbeit im Schienenverkehr fĂŒr Europa. Deshalb freut es mich besonders, dass die BCP ihre diesjĂ€hrige Vollversammlung in MĂŒnchen veranstaltet hat.
Die Brenner Corridor Platform
Die Grundlage der Arbeiten der Brenner Corridor Platform stellt die gemeinsame AbsichtserklÀrung zur Realisierung des TranseuropÀischen Kernnetzkorridors Skandinavien-Mittelmeer dar. Diese wurde im Jahr 2018 zwischen den Transportministern der drei Mitgliedsstaaten, den VorstÀnden der Bahnen sowie der LÀndervertreter entlang des Brenner Korridors unterzeichnet.
Unter dem Vorsitz des EuropĂ€ischen Koordinators, Pat Cox, arbeiten diverse FachexpertInnen der drei Ministerien, der drei Bahnen, der Eisenbahnverkehrsunternehmen, sowie der LĂ€nder in fachspezifischen Arbeitsgruppen. Die erklĂ€rte Zielsetzung besteht darin, den Brenner Korridor MĂŒnchen-Verona als einheitlichen Korridor zu betrachten, um ganzheitliche LösungsansĂ€tze fĂŒr die Verlagerung des Schwerverkehrs zu implementieren.
Pressekontakt:
SekretÀr der Brenner Corridor Platform
Peter Endrizzi
Mob.: +39 329 5457700
E-Mail: pe@bcplatform.eu
Original-Content von: Brenner Corridor Platform c/o Konsortium Beobachtungsstelle ĂŒbermittelt durch news aktuell
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