IAB-Prognose: Wenig Wachstum und gröĂerer FachkrĂ€ftemangel
24.03.2026 - 11:49:28 | dpa.de
Die deutsche Wirtschaft, befeuert durch die milliardenschweren Fiskalpakete der Bundesregierung, wird im laufenden Jahr 2026 nach einer Prognose des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kaum vom Fleck kommen. Die NĂŒrnberger Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperten gehen von einem Wachstum in Höhe von 0,8 Prozent aus.Â
Gegenwind komme vor allem von geopolitischen Risiken wie dem Krieg im Iran. Allein die Krise in Nahost lasse das Wachstum um 0,2 bis 0,3 Punkte geringer ausfallen. Negativ wirke auch die Demografie: Das Erwerbspersonenpotenzial, also die Personen, die grundsĂ€tzlich dem Arbeitsmarkt zur VerfĂŒgung stehen, sinkt erstmals um 40.000 auf 48,62 Millionen - der FachkrĂ€ftemangel wird durch den Renteneintritt der Babyboomer-JahrgĂ€nge verschĂ€rft.Â
Mehr Arbeitslose in erster JahreshĂ€lfteÂ
Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresdurchschnitt um 40.000 steigen - der Anstieg werde jedoch nur in der ersten JahreshĂ€lfte wirksam. In der zweiten HĂ€lfte könne es zu einem leichten RĂŒckgang kommen.Â
Neue Jobs gebe es fast ausschlieĂlich bei öffentlichen Dienstleistern, im Gesundheitsbereich und in der Erziehung. In der Industrie schrumpfe die BeschĂ€ftigung dagegen weiter. «Der Irankrieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen und Handelsstörungen belasten die BeschĂ€ftigungsentwicklung in der Industrie zusĂ€tzlich», sagte IAB-Forscher Enzo Weber. Allein in diesem Sektor gehen der Prognose zufolge 140.000 ArbeitsplĂ€tze verloren.Â
Sozialverband: «Beunruhigend»Â
Der Sozialverband Deutschland bezeichnete die Ergebnisse der Prognose als «beunruhigend». Sie zeigten ganz klar, dass der Fokus auf der Qualifizierung von BeschĂ€ftigten, Erwerbslosen und jungen Menschen liegen mĂŒsse, sagte die Vorstandsvorsitzendes des Verbandes Michaela Engelmeier. «Einerseits fehlen FachkrĂ€fte, auf der anderen Seite brechen ganze Industrien weg», sagte sie.Â
Nicht aus jedem Industriearbeiter werde eine Pflegekraft, dennoch liege darin ein Potenzial, dass gezielt gehoben werden mĂŒsse. «Der Blick muss aber genauso in Richtung Frauen, Ă€ltere BeschĂ€ftigte und Menschen mit Behinderungen gehen. Auch hier gibt es Potenziale, die an fehlenden Rahmenbedingungen und mangelnder Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheitern», betonte sie.
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