USA, China

USA und China vertagen Entscheidung ĂŒber Zollpause

29.07.2025 - 19:45:48 | dpa.de

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist weiterhin nicht beigelegt. Wie es mit einer vereinbarten Zollpause weitergeht, bleibt nach GesprÀchen in Stockholm unklar. Nun ist Trump am Zug.

  • Die USA und China haben sich bisher nicht auf eine VerlĂ€ngerung der Zollpause verstĂ€ndigt. (Illustration) - Foto: Jeff Chiu/AP/dpa
  • US-Finanzminister Scott Bessent (l) und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer in Stockholm. - Foto: Magnus Lejhall/TT News Agency/AP/dpa
  • US-Finanzminister Scott Bessent (l) und Chinas Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng trafen sich zu den HandelsgesprĂ€chen in Stockholm. - Foto: Dai Tianfang/XinHua/dpa
  • Treffen sich Trump und Xi bald wieder - wie hier bei einem G20-Gipfel in Japan 2019? - Foto: Susan Walsh/AP/dpa
Die USA und China haben sich bisher nicht auf eine VerlÀngerung der Zollpause verstÀndigt. (Illustration) - Foto: Jeff Chiu/AP/dpa US-Finanzminister Scott Bessent (l) und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer in Stockholm. - Foto: Magnus Lejhall/TT News Agency/AP/dpa US-Finanzminister Scott Bessent (l) und Chinas Vize-MinisterprÀsident He Lifeng trafen sich zu den HandelsgesprÀchen in Stockholm. - Foto: Dai Tianfang/XinHua/dpa Treffen sich Trump und Xi bald wieder - wie hier bei einem G20-Gipfel in Japan 2019? - Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Die USA und China wollen sich in ihrem anhaltenden Handelsstreit vorerst nicht auf eine mögliche VerlĂ€ngerung einer bald auslaufenden Zollpause festlegen. Beide Seiten ließen nach zweitĂ€gigen HandelsgesprĂ€chen in Stockholm offen, ob die Pause noch einmal verlĂ€ngert wird. Die derzeit geltende Pause lĂ€uft am 12. August aus.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer kĂŒndigte auf einer Pressekonferenz am Abend hinsichtlich der Zollpause an, nun zunĂ€chst nach Washington zurĂŒckzukehren. Man werde mit US-PrĂ€sident Donald Trump sprechen, ob es sich um etwas handle, das er machen wolle. US-Finanzminister Scott Bessent sagte an seiner Seite: «Nichts ist vereinbart, bis wir mit PrĂ€sident Trump gesprochen haben.»

Chinas Handelsbeauftragter Li Chenggang sagte im Anschluss an die GesprĂ€che laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, dass sich beide Seiten weiterhin fĂŒr eine «fortgesetzte VerlĂ€ngerung» der Zollpause einsetzen werden. Auch er machte jedoch keine Angaben dazu, wann und fĂŒr wie lange eine solche VerlĂ€ngerung in Kraft treten könnte. Es habe einen offenen und konstruktiven Austausch gegeben. Beide Seiten seien sich der Bedeutung stabiler und verlĂ€sslicher wirtschaftlicher Beziehungen bewusst.

Handelsstreit schwelt seit Monaten

Delegationen der beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt waren am Montag in der schwedischen Hauptstadt zu neuen GesprĂ€chen ĂŒber ihren Zollkonflikt zusammengekommen. Schwedens MinisterprĂ€sident Ulf Kristersson empfing dazu sowohl den chinesischen Vize-MinisterprĂ€sidenten He Lifeng als auch kurz darauf Bessent und Greer vor einem RegierungsgebĂ€ude im Zentrum der Stadt. Ziel der zweitĂ€gigen Verhandlungen war es, den seit Monaten schwelenden Handelsstreit zu entschĂ€rfen.

Im Vorfeld hatte die in Hongkong erscheinende Zeitung «South China Morning Post» berichtet, beide Seiten könnten sich auf eine 90-tĂ€gige VerlĂ€ngerung der derzeit geltenden Zollpause verstĂ€ndigen. Auch Bessent hatte erklĂ€rt, dass ĂŒber eine Fortsetzung der am 12. August auslaufenden Vereinbarung verhandelt werde - eine Entscheidung dazu scheint nun zunĂ€chst vertagt.

US-Zölle von bis zu 145 Prozent

Seit April hatten die USA die Einfuhrzölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent erhöht. China reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent und verhÀngte Exportkontrollen auf strategisch wichtige Rohstoffe. Im Mai einigten sich beide Seiten in Genf auf eine 90-tÀgige Aussetzung der neuen Zölle. Im Juni folgten weitere GesprÀche in London.

Eine VerlĂ€ngerung der Pause könnte nach EinschĂ€tzung von Beobachtern helfen, eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten zu vermeiden und die Voraussetzungen fĂŒr ein mögliches Treffen zwischen den PrĂ€sidenten Donald Trump und Xi Jinping spĂ€ter in diesem Jahr zu schaffen. Ein direktes GesprĂ€ch der beiden Staatschefs gilt als entscheidend, um ĂŒber technische Details hinaus politische Leitlinien abzustecken.

Streit dreht sich nicht nur um Zölle selbst

Die Spannungen gehen dabei weit ĂŒber die Frage von Zöllen hinaus. Peking kritisiert die US-Exportkontrollen fĂŒr Halbleiter und KI-Chips, die chinesischen Unternehmen den Zugang zu moderner Technologie erschweren. Washington wiederum wirft China vor, bestimmte Rohstoffe gezielt zurĂŒckzuhalten.

Trotz der harten Töne sendeten zuletzt beide Regierungen Signale der AnnĂ€herung. China zeigte sich offen fĂŒr Fortschritte. In einem Leitartikel der staatlichen «Volkszeitung», dem Sprachrohr der Kommunistischen Partei, hieß es, Peking sei bereit, mit Washington substanzielle Fortschritte zu erzielen. China setze weiter auf einen konstruktiven Dialog. 

Anders als viele andere Staaten reagierte China auf die von den USA unter Trump eingefĂŒhrten Strafzölle von Anfang an mit unmittelbaren Gegenzöllen. Peking verzichtete auf einseitige ZugestĂ€ndnisse und setzte stattdessen konsequent auf entsprechende Vergeltungsmaßnahmen.

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