Tomtom, NavigationsgerÀte

Tomtom erwartet Ende der NavigationsgerÀte in seinem Sortiment

10.04.2024 - 13:35:17 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Navigations- und Kartenanbieter Tomtom erwartet, dass das klassische NavigationsgerÀt mittelfristig aus dem Sortiment fÀllt.

Tomtom (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Das ist eine AktivitĂ€t, die seit Jahren am Schrumpfen ist, und wir erwarten auch nicht, dass wir das noch einmal drehen können", sagte MitgrĂŒnder, Vorstandsvorsitzender und GroßaktionĂ€r Harold Goddijn der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Also kommt ein natĂŒrlicher Moment, zu dem es kein gewinnbringendes GeschĂ€ft mehr ist." Wenn es keinen positiven Beitrag mehr beisteuere, "werden wir schon unsere Schlussfolgerungen ziehen".

In wie vielen Jahren lĂ€sst er offen. Doch werde sich Tomtom dann auf Navigationssoftware fĂŒr Autos und andere Anwendungen beschrĂ€nken: auf das, was es "Location Technology" nennt. "Mittelfristig werden wir uns vollstĂ€ndig auf Location Technology konzentrieren", sagte Goddijn. DarĂŒber, wie sich der RĂŒckzug aus dem Markt gestalten werde, will Goddijn "nicht spekulieren". Tomtom ist einer der Pioniere fĂŒr die tragbaren Wegweiser, die an der Windschutzscheibe und anderswo angebracht werden. Wesentlicher Konkurrent ist Garmin. Die Sparte "Consumer", welche die mobilen GerĂ€te umfasst, schrumpfte im vergangenen Jahr im Umsatz um sechs Prozent. Die klassischen Navis steuern noch ein Zehntel zu den Konzernerlösen bei. Solange treue Liebhaber mit ihrer Nachfrage noch auskömmliches GeschĂ€ft erzeugen, will Tomtom die GerĂ€te weiter liefern - und bringt noch neue Modelle heraus, jĂŒngst zum Beispiel eines fĂŒr Wohnmobile. Sobald die tragbaren NavigationsgerĂ€te aber Geschichte sind, wird Tomtom zum reinen Software- und Datenanbieter. Die verbleibende Sparte "Location Technology" besteht aus zwei Untersegmenten: Das grĂ¶ĂŸere ist das GeschĂ€ft mit Autokonzernen, die eine Lizenz fĂŒr die Tomtom-Karten erwerben. Tomtom steht hier in Konkurrenz mit dem Kartendienstleister Here, der mehrheitlich den drei deutschen Autoherstellern Mercedes-Benz, BMW und Audi gehört, sowie mit Google. Das zweite Untersegment sind GeschĂ€fte mit anderen Kunden wie etwa Uber, Apple, Microsoft und behördlichen Mautbetreibern. In diesem Teil namens "Enterprise" nennt Goddijn Google als dominanten Konkurrenten. Tragbare Navis sind durch das Smartphone in BedrĂ€ngnis gekommen, ĂŒber das sich Verbraucher mit Gratisnavigationsdiensten von A nach B lotsen lassen. In Deutschland sinkt seit 2016 der Anteil der Haushalte, die ein portables NavigationsgerĂ€t besitzen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelte. 2022 besaßen aber immerhin noch etwa vier von zehn privaten Haushalten ein solches GerĂ€t.

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