ĂPNV legt im ersten Halbjahr 2026 auf 5,7 Milliarden FahrgĂ€ste zu
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 08:14 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIm ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland rund zwei Prozent mehr FahrgĂ€ste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum. Der Fernverkehr verzeichnete im selben Zeitraum einen RĂŒckgang von zwei Prozent.
Nahverkehr erreicht 5,7 Milliarden FahrgÀste
Im öffentlichen Personennahverkehr, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, stieg das Fahrgastaufkommen auf insgesamt 5,7 Milliarden FahrgĂ€ste. Drei Jahre nach EinfĂŒhrung des Deutschland-Tickets setzte sich damit zwar ein Zuwachs fort, der Anstieg fiel aber deutlich schwĂ€cher aus als in den ersten beiden Vorjahren.
Im ersten Halbjahr 2024 hatte das Plus sechs Prozent betragen, im ersten Halbjahr 2025 ein Prozent. Die Zahl der FahrgÀste im Nahverkehr mit Eisenbahnen stieg im ersten Halbjahr 2026 um ein Prozent auf 1,4 Milliarden.
Busse und StraĂenbahnen legen ebenfalls zu
Auch das Fahrgastaufkommen in StraĂenbahnen erhöhte sich um ein Prozent auf rund zwei Milliarden FahrgĂ€ste. Den Nahverkehr mit Bussen nutzten 2,7 Milliarden FahrgĂ€ste, das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum.
Damit bleibt der ĂPNV im Volumen die mit Abstand wichtigste SĂ€ule des Linienverkehrs. Die Entwicklung zeigt zugleich, dass die Wachstumsdynamik im Nahverkehr zwar anhĂ€lt, aber deutlich moderater geworden ist.
Fernverkehr mit RĂŒckgang
Im Fernverkehr sank die Zahl der FahrgÀste im ersten Halbjahr 2026 auf 75 Millionen. Im Eisenbahnfernverkehr fuhren 69 Millionen FahrgÀste und damit drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Im Fernverkehr mit Bussen reisten rund 5,4 Millionen FahrgĂ€ste, hier gab es ein Plus von zehn Prozent. Als Ursache fĂŒr den RĂŒckgang im Bahn-Fernverkehr dĂŒrften witterungsbedingte BeeintrĂ€chtigungen des Bahnbetriebs im ersten Quartal 2026 eine Rolle gespielt haben.
Im ersten Halbjahr 2026 ist der öffentliche Personennahverkehr in Deutschland weiter gewachsen, allerdings deutlich langsamer als in den beiden Vorjahren. Das passt zu einem Markt, der nach dem EinfĂŒhrungsschub des Deutschland-Tickets offenbar in eine Phase moderaterer Entwicklung eingetreten ist.FĂŒr den Verkehr insgesamt bleibt der Befund gemischt: Im Nahverkehr legten vor allem Busse und StraĂenbahnen leicht zu, wĂ€hrend der Fernverkehr im selben Zeitraum schrumpfte. Das zeigt, dass sich die Nachfrage im Alltagstransport stabiler entwickelt als auf lĂ€ngeren Strecken, die stĂ€rker auf Wetter, Bauarbeiten, Störungen und Preisentscheidungen reagieren.
Nachfrage im Nahverkehr stabilisiert sich
Die aktuellen Zahlen sprechen dafĂŒr, dass sich der Effekt des Deutschland-Tickets weiterhin im Markt niederschlĂ€gt, aber nicht mehr in SprĂŒngen wie im ersten Jahr nach der EinfĂŒhrung. Wenn ZuwĂ€chse nach sechs Prozent und einem Prozent nun bei zwei Prozent liegen, deutet das auf eine Normalisierung hin, nicht auf einen Einbruch.
Fernverkehr bleibt anfÀlliger
Der RĂŒckgang im Fernverkehr unterstreicht, wie sensibel diese Sparte auf operative Störungen reagiert. FĂŒr Bahn und Busunternehmen ist das relevant, weil die Entwicklung im Nah- und Fernverkehr sehr unterschiedliche Anforderungen an Planung, KapazitĂ€ten und ZuverlĂ€ssigkeit stellt. FĂŒr FahrgĂ€ste bedeutet das vor allem: Der kurze Alltagsverkehr bleibt robust, der lange Reiseverkehr reagiert stĂ€rker auf Ă€uĂere Belastungen.
