Industrie, DIW-PrÀsident

DIW-PrÀsident: Industrie muss innovativer werden

19.06.2023 - 12:25:29 | dts-nachrichtenagentur.de

Der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China und den USA ins Hintertreffen gerĂ€t.

Stahlproduktion - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Wir sehen das in der Automobilbranche schon seit vielen Jahren", sagte Fratzscher dem Sender Phoenix. Die deutsche Industrie mĂŒsse innovativer und zukunftsfĂ€higer werden, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können.

In Bezug auf die Handelsbeziehungen mit China bestehe die Gefahr, dass die Bundesrepublik sich erpressbar mache. "Wir mĂŒssen in Europa viel mehr mit einer Stimme sprechen", fordert der Ökonom. Deutschland habe immer noch nicht verstanden, dass es in Verhandlungen mit der Volksrepublik am kĂŒrzeren Hebel sitze. Auf die hohe Inflation angesprochen, sieht der DIW-Chef aktuell Gewinnmitnahmen aufseiten der Unternehmen als Hauptursache. "Manche große Unternehmen haben sich die Taschen vollgemacht und sind Gewinner dieser Krise." Die meisten LohnabschlĂŒsse lĂ€gen unter der Inflation, das bedeute fĂŒr die meisten Menschen einen Kaufkraft- und Reallohnverlust. Daher gebe es keinen Grund, ĂŒber eine Lohn-Preis-Spirale zu schimpfen, er nennt die aktuelle Situation eine "Gewinn-Preis-Spirale". Fratzscher warnt: "Man muss hier wirklich vorsichtig sein, nicht das falsche Narrativ zu haben." In Bezug auf die deutsche Industriepolitik mĂŒsse der Staat gute Rahmenbedingungen fĂŒr alle schaffen, so der DIW-PrĂ€sident bei Phoenix weiter. Eine gute und leistungsfĂ€hige Verkehrs- und digitale Infrastruktur sowie weniger BĂŒrokratie und Regulierung seien wichtig, damit nicht nur einige wenige Unternehmen profitieren, sondern alle im globalen Wettbewerb mithalten könnten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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