Energieverbrauch im ersten Quartal leicht gesunken
08.05.2026 - 08:41:15 | dts-nachrichtenagentur.deKonkret wird von einem Minus in Höhe von 1,7 Prozent auf 3.059 Petajoule (PJ) oder 104,4 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres ausgegangen. Wichtigster Grund fĂŒr die rĂŒcklĂ€ufige Verbrauchsentwicklung ist nach Auffassung der AG Energiebilanzen die weiterhin schwache Konjunktur. Zwar wuchs das gesamte Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2026 um 0,5 Prozent, in den besonders energieintensiven Wirtschaftsbereichen ging die Produktion jedoch erneut deutlich zurĂŒck. Dieser Entwicklung stand ein Verbrauchsanstieg im RaumwĂ€rmemarkt infolge der teils sehr kalten Witterung im Januar gegenĂŒber.
Von den im 1. Quartal 2026 deutlich gesunkenen Energieeinfuhrpreisen hĂ€tte eine ebenfalls verbrauchsteigernde Wirkung ausgehen können, so die AG Energiebilanzen. Wegen der Sperrung des Seewegs durch die StraĂe von Hormus und des ab Anfang MĂ€rz einsetzenden starken Preisanstiegs fĂŒr Rohöl und Erdgas kam es nicht zur Entfaltung dieses Effekts.
AuĂerdem gab es statistische Effekte durch Verschiebungen im EnergietrĂ€germix. Da im 1. Quartal des laufenden Jahres deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde, ergab sich eine rechnerische Einsparung von PrimĂ€renergie. Erneuerbare Energien werden aufgrund internationaler Konventionen bei einem Einsatz in der Stromerzeugung mit einem Wirkungsgrad von 100 Prozent bewertet. Im Vorjahresquartal hatte sich infolge einer niedrigen Windstromerzeugung ein gegenteiliger Effekt ergeben. Bereinigt um den verbrauchserhöhenden Einfluss der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kĂŒhleren Witterung, wĂ€re der PrimĂ€renergieverbrauch nach Berechnungen der AG Energiebilanzen sogar um 2,2 Prozent gesunken.
Der Mineralölverbrauch nahm in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 5 Prozent ab. Der Verbrauch von Ottokraftstoff sank leicht um 0,5 Prozent, die Nachfrage nach Dieselkraftstoff nahm um rund 5 Prozent ab. Die Lieferungen von Rohbenzin vor allem an die Chemische Industrie sanken vornehmlich konjunkturbedingt um fast 2 Prozent. Der Verbrauch von Flugkraftstoff verminderte sich um 5,5 Prozent und der Absatz von leichtem Heizöl verzeichnete einen RĂŒckgang um gut 10 Prozent. "Offenbar nutzen die Verbraucher die relativ gĂŒnstigen Preise in den Monaten Januar und Februar nicht, um ihre HeizölvorrĂ€te aufzustocken und wurden im MĂ€rz von den drastischen Preissteigerungen ĂŒberrascht, auf die sie mit deutlicher KaufzurĂŒckhaltung reagierten", heiĂt es von der Arbeitsgemeinschaft.
Im 1. Quartal 2026 wurde etwas weniger Erdgas verbraucht als im ersten Quartal des Vorjahres (minus 1,4 Prozent). Verbrauchserhöhungen im RaumwĂ€rmebereich sowie in der Strom- und FernwĂ€rmeerzeugung standen RĂŒckgĂ€nge beim Verbrauch der Industrie gegenĂŒber. Der Verbrauch an Steinkohle stieg in den ersten drei Monaten um 3,5 Prozent an. WĂ€hrend der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken um 3,9 Prozent zurĂŒckging, erhöhten sich die Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie um 6,5 Prozent.
Der Verbrauch von Braunkohle verringerte sich im 1. Quartal um gut 7 Prozent. Die Förderung ging in gleicher GröĂenordnung zurĂŒck. Der RĂŒckgang sei neben der fortschreitenden Stilllegung von KraftwerkskapazitĂ€ten im Zuge des Kohleausstiegs auf eine deutlich höhere Stromerzeugung aus Windenergie zurĂŒckzufĂŒhren, auf deren volatile Einspeisung die Braunkohlekraftwerke bedarfsgerecht reagierten.
Bei den erneuerbaren Energien kam es im 1. Quartal 2026 gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum insgesamt zu einem Zuwachs von 6,6 Prozent. MaĂgeblich fĂŒr diese Entwicklung war eine um 28 Prozent höhere Windstromerzeugung im Vergleich zu dem extrem windarmen Vorjahresquartal. Die Solarstromerzeugung nahm um 3 Prozent zu. Die kĂŒhlere Witterung fĂŒhrte zudem zu einem höheren Einsatz erneuerbarer Energien fĂŒr WĂ€rmezwecke (plus 4 Prozent), wĂ€hrend der Absatz von Biokraftstoffen zurĂŒckging (minus 2 Prozent).
Im 1. Quartal 2026 floss erstmals seit 2023 wieder mehr Strom von Deutschland ins Ausland als in die umgekehrte Richtung. Die Stromausfuhren stiegen um 20,6 Prozent auf 19,5 Milliarden Kilowattstunden (Milliarden kWh), die Stromeinfuhren sanken um 15,9 Prozent auf 16,0 Milliarden kWh.
Die energiebedingten CO2-Emissionen sind, verglichen mit dem Vorjahresquartal, nach ĂŒberschlĂ€gigen Berechnungen der AG Energiebilanzen um rund 2,5 Prozent zurĂŒckgegangen, dies entspricht einer Verringerung in der GröĂenordnung von etwa 4,5 Millionen Tonnen (Millionen t).
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